eine naive Frage: die „Position“ z. B. eines Atoms wird ja an einer fixen Referenz gemessen - dasselbe gilt für den Wechsel der Position als Bewegung: er erfolgt in einem festen räumlichen Rahmen, nun hinzugenommen die Zeit.
Moin Thomas,
die Position wird zumeist an einer fixen Referenz gemessen, nicht aber im Relationalismus, wie bspw. Rovelli ihn seit den 1990er Jahren verfolgt: „All systems are assumed to be equivalent, there is no observer-observed distinction, and the theory describes only the information that systems have about each other; nevertheless, the theory is complete“, zitiert aus „Relational Quantum Mechanics“ von 1997. Andererseits kann Position auch im Schwerpunktssystem ohne fixe Referenz bestimmt werden.
Mittel- und Einzelwerte unterscheiden ja auch Tsitsonis et al. hinsichtlich achiral/chiral: "The phenomenon of being achiral on average but chiral at the level of individual molecules is general to most prochiral molecules and is a consequence of the three-dimensional zero-point delocalization of the nuclei in the vibrational ground state."
Was aber, wenn die künstliche Trennung in zwei Einheiten, den Raum, die Zeit zu Gunsten eines genuin einheitlich agierenden Zeitraums aufgehoben wird? Dieser Zeitraum müsste, da er ja von vornherein Zeit beinhaltet in sich dynamisch und in der Dynamik dennoch bleibend sein, etwa als Pulsieren in gleichbleibender Frequenz.
In sich dynamisch und zugleich bleibend ist ja das durch den Minkowskiraum beschriebene Blockuniversum, in dem die Weltlinien nur noch geometrisch dargestellt werden. In der Lebenswelt werden Raum und Zeit aber nicht als Einheit erfahren. Relational können aber Schwingungen aufeinander bezogen werden, so wie Uhren ja auf Erdrotation und Sonnenumlauf oder Atom- bzw. Kernschwingungen bezogen werden.
Mir sind die Minkowski-Modelle etc. oberflächlich vertraut, aber meine Frage zielt vermutlich nicht in eine Richtung, die durch dieses Modell beantwortbar wäre - was sagen die Physiker und weiteren Denkakrobaten unter uns zu meiner naiven Frage?
Minkowsk-Modelle beziehen sich aufs Weltall und nicht auf die Lebenswelt.
Und gleich noch eine daran anschließende Frage: welche „Geometrie“ hätte ein solcher Zeitraum? Dabei würde ich Zeit nicht als verräumlichte Dimension akzeptieren. Stattdessen müsste es eine beständig sich wiederholende Entfaltung in einen aaufgeschlossenen und sich dann wieder schließenden Zeitraum hinein sein - spekulativ, falsch, unsinnig?
Lebensweltlich denke ich auf- bzw. abgeschlossene Zeitintervalle geschichtlich als Zeiträume etwa in Baumquerschnitten, Felsablagerungen, Bohrkernen, Ausgrabungen, Schrifttafeln, Dokumenten … oder erinnernd auf das Gedächtnis bezogen in Lebensepisoden. Und die Geometrie dabei sehe ich nicht euklidisch, sondern riemannsch. So wie es sich ja schon Christopher Clark in „Von Zeit und Macht“ metaphorisch im Anschluss an Einstein gedacht hat. Hinsichtlich alter Schrifttafeln bin ich auf eine interessante Arbeit gestoßen, nach der Schriftlichkeit frühe Vorläufer hat; denn „Humans 40,000y ago developed a system of conventional signs“: