Am 17.03.2025 um 23:44 schrieb waldemar hammel über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:
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trotzdem, warum wird metaphysik nicht einfach in meta-philosophie umbenannt?,
denn zb mich fragen immer wieder mal leute metaphysisches, das sie für physikalische fragen halten,
was mir hanebüchen vorkommt, denn es gibt in dem sinne keine meta-PHYSIK
Metaphilosophie? Was sollte - diesem Begriff folgend - nach der Philosophie kommen, sie gar übersteigen?
Die Begrifflichkeit von Metaphysik ist doch eindeutig definiert und zwar vom Wortstamm her die philosophische Disziplin, die sich mit den Themen befasst, die das konkret Erkennbare, Messbare, Abzählbare dieser Lebenswelt übersteigen, was nach diesem realen Lebensbereich kommt: meta ta physika.
Es geht um die Grundfrage nach der Existenz dieser Lebenswelt schlechthin: Warum gibt es überhaupt etwas und vielmehr nicht nichts? Daher steht in der Metaphysik eben nicht die Frage nach der physischen Existenz von Welt und Kosmos im Fokus, sondern jene nach deren Urgrund, nach dem essentiellen Verhältnis zwischen Körper und Geist des Menschen, der sich als geistig kulturelles Wesen eindeutig vom Tier abhebt, da er sich selbst als denkendes Individuum wahrzunehmen vermag: „Cogito ergo sum“.
Üblicherweise fällt in diesen Bereich auch die Frage nach der Existenz eines Gottes als einem überempirischen, transzendentalen Wesen, von dem per se kein konkretes Wissen existieren kann und dieses somit allenfalls erspürt werden kann, als diesem (von Dir so treffend postulierten) Gefühl von Allgeborgenheit.
Dieses Erfühlen führt zum Begriff der Seele als dem immateriellen Innersten des Menschen. Daran knüpft sich seit jeher die Frage nach der Unsterblichkeit der Seele und somit die Frage nach der Grundstruktur (Building Blocks) allen Seins. Was steht hinter (sic!) den Begrifflichkeiten von Obkekten mit deren Eigenschaftensummen und inwieweit unterliegen diese einer fortwirkenden Veränderung unbenommen ihres letztlich entropischen Zerfalls.
Selbstredend wird nicht jeder Mensch mit derartigen Denkansätzen Welt und Kosmos hinterfragen, somit ist Metaphysik sicher kein Thema für all jene, die ähnlich dem Tier ihr Leben mit der Befriedung der materiell essentiellen Bedürfnisse zubringen. Jeder nach seiner Faćon.
Doch das zuletzt hier angesprochene Problem der Umweltzerstörung durch teils bewusstes, zumeist jedoch gedankenloses Fehlverhalten zeigt das Erfordernis des nachhaltigen Denkens, also des Nachdenkens über Welt und Kosmos auf. Hier geht es nicht um die Seele des einzelnen Lebewesens, sondern um die kosmische Seele. Wo sollte sie „verortet“ sein und ich denke ganz sicher nicht als akzidentell anthropomorphes Phantom, das mit der weit verbreiteten Gottesvorstellung einhergeht. Für meine Begriffe eher die hier bereits mehrfach angeführte „kosmische Intelligenz“ die auf Information zugreift, wie sie in den kosmischen Ereignishorizonten schwarzer Löcher gespeichert ist. Gedankenspiele meinerseits, weitab von esoterischen oder dumpf religiösen Vorstellungen. Nachdenken eben über das, was nach der hiesig realen Lebenswelt existieren könnte.
Es bleibt zu befürchten, dass dieses Nachdenken über die pure Physik hinaus, eben die Metaphysik nicht im erforderlichen Maß, i.W. also von zu wenigen Menschen betrieben wird und damit das metaphysisch angelegte An-Gebot eines Gottes, die Menschen mögen sich diese Welt untertan machen, völlig missverstanden gar als Aufforderung zum Raubbau gesehen wird.
Vielleicht sind menschenähnliche Lebewesen in anderen habitablen Lebensräumen dieses Universums schon weiter als die hiesige Menschheit entwickelt und können somit tatsächlich in einem Sonnenzeitalter leben. Was wäre, wenn hiesige Seelen postmortem dorthin migrieren könnten?
KJ