Am 03.11.2025 um 12:34 schrieb Claus Zimmermann über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:Das kommt mir so vor, als ob Handlungen untersucht würden wie Meteoriten. Dabei wissen wir doch, was wir damit meinen. Die Bedeutung des Worts "Handeln" ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern unser Werk. Wie bei den meisten umgangssprachlichen Ausdrücken ist sie nicht eindeutig, biegsam, keine Zwangsjacke und kann der Gesprächssituation angepasst werden.
Wir würden sie vor allem als Gegensatz zum Geschehen auffassen, das einfach ohne unser Zutun passiert (Verdoppelung), ohne dass jemand dafür verantwortlich gemacht werden kann. Die Lawine wäre ein Geschehen, die Sicherung oder ihre bewusste Unterlassung eine Handlung. Zur Handlung gehört eine Absicht, vielleicht ein Plan oder Intentionalität, akademisch ausgedrückt. Man nimmt in Gedanken ein Ziel vorweg und realisiert es dann physisch. Die Absicht bezieht sich dann nur aufs Ziel, nicht auf die einzelnen Realisierungsschritte. Bei einfachen Handlungen wie Körperbewegungen unterscheiden wir nur ausnahmsweise zwischen wollen und tun (steht, glaube ich, sinngemäß irgendwo bei Wittgenstein). Wenn jemand sagen würde "Ich wollte die Hand heben und war weder gefesselt, noch gelähmt, noch sonst in einer Ausnahmesituation, aber es gelang mir nicht" würden wir das nicht verstehen. Während es völlig verständlich ist, zu sagen, daß das Ziel verfehlt wird. Dennoch bleibt auch die einfache Körperbewegung als Handlung zurechenbar, wenn sie der Realisierung eines Ziels diente. Im Gegensazu zu einem Reflex z.B.