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Am 25.09.2022 um 13:56 schrieb Joseph Hipp über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:

Am 25.09.22 um 12:19 schrieb Karl Janssen über PhilWeb

vieles, was vermutlich zutrifft, obwohl die Sache nur mit Sätzen geschieht, die ziemlich viele Wörter gebrauchen und damit ungenau werden, wobei dann trotzdem das hervor scheint, was Karl sagen wollte.



Ich schrieb, bezogen auf Deinen Hinweis, ich würde Sachverhalte etc. (also Deine „Sachen“) stets durch die Lupe anderer  sehen und beschreiben, dass ich diesbezüglich durchaus (aber eher unbewusst) dieses als rhetorischen Kunstgriff nutze, um der Konsequenz persönlich bezogener Gegenrede zu entgehen. Umgangssprachlich ist das gleichbedeutend, einem Gegenüber „den Wind aus den Segeln zu nehmen“. Waldemar hat das ebenso des öfteren an mir kritisiert also muss das auch zutreffen.

Das dies meiner grundsätzlichen Intention entspricht, willst Du allerdings und erstaunlicherweise nicht glauben, wie Du hier schreibst:

Jh: „Das könnte so sein, aber ich glaube es eher nicht. Wenn es um das Gemeinsame geht, dann bleib bei der Sache, teile mit, wie du vor der Sache bist, oder hast du nicht genügend Vertrauen in dich selbst? „

Das sei Dir unbenommen, doch Dein Hinterfragen, ob ich nicht genügend Vertrauen in mich hätte, muss mir geradezu schreiend aufzeigen, dass Du zwar meine üblicherweise verwendeten Wörter und Satzformen treffend zu analysieren verstehst, meine Wesensart hingegen definitiv nicht.


Jh: „Ein Rat von mir von oben herab ist das nicht.“

Sollte es aber sein! Denn genau (von sich selbst überzeugte) Typen wie ich brauchen dieses Korrektiv!


JH: „Ich weise darauf hin, dass ich keine Antwort auf meine Frage bekommen habe. Du hast zwar "historisch" angesetzt, aber nicht bei mir oder bei Claus. Ich weiß, dass das sehr viel verlangt. Stell dir vor, ich würde schreiben: Schreib doch deine Welt-Theorie mal auf, organisiere sie mal schön, in Lernbausteinen. Und stell dir vor, ich würde das auch von Waldemar verlangen!“


Momentan stutze ich, welche Antwort Du explizit von mir verlangt hast und suche in Deinen letzten Beiträgen hier. Vermutlich ging es um meine, an Nietzsches Zitat: „Wer ein WARUM zum Leben hat...“, angelehnte Frage, ob ein erklärendes WARUM jemals das Leid eines Kriegs rechtfertigen kann.

Im weiteren Verlauf des Austausches kamen wir dann zum Paradox einer „Mutter Courage“, Krieg zu billigen, obgleich darin eigene Kinder zu Tode kommen.

Claus‘ Interpretation des WARUM vs WIE geschieht auf lebensschützende Weise, die meiner eigenen entspricht:

Cz: „dass die stärksten Gründe begründungslos sozusagen in der Luft hängen und die Frage nach einer Begründung bei ihnen so etwas wie ein Misstrauensvotum wäre. Er denkt vielleicht an Fälle wie den einer Mutter, die alles für ihr Kind tut. Das ist der Grund, bei dem das wie keine Rolle spielt. Würde man sie fragen, warum sie alles für ihr Kind tut, würde sie einen nur erstaunt ansehen.“


...und ich schrieb darauf bezogen: Jede echte! Mutter würde sich nur gezwungenermaßen dem Pro-WARUM eines Kriegs hingeben und vielmehr (soweit sie es vermag) alles tun, um ihre Kinder zu schützen.


Deine Ausdeutung, Joseph, konnte ich nur hinsichtlich des „Dem entspricht vermutlich eine der "Lebensweisen": (wenn dem so ist, dann ...) ..“ nachvollziehen, nicht aber den Hinweis auf Protagoras und so gilt wieder einmal mehr: eine nicht verstandene Frage kann nicht - ihrer Intention gemäß - korrekt beantwortet werden.

JH: „Protagoras behauptete ferner, dass jeder Mensch die Dinge und Sachverhalte auf seine eigene Weise sehe und entsprechend urteile.[10] In diesem Sinne war der Mensch für Protagoras „das Maß aller Dinge“. In der Folge gaben er – und mit ihm vermutlich andere – dem Individuellen den Vorzug vor dem Allgemeinen. Wie Menschen sprechen, wie Menschen sich selber, andere und Sachverhalte beurteilen, welches Handeln sie für positiv halten, wird von Menschen entschieden. Gesetze, Ethik und Sprache sind Produkte von Menschen infolge gemeinsam geteilter Überzeugungen. Kulturtechniken sind daher nicht graduelle Abstufungen absoluter Wahrheiten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sophisten

Wenn schon "Kulturtechniken" (zur Erinnerung: bei den Griechen war "technik" anders zu verstehen), dann kann mit Protagoras der Konsens nicht von vornherein der Wahrheit entsprechen.

Von Ingo erwarte ich, dass er sagt, das schon im Semester minus 5 gelehrt wird, von Karl das Gegenteil usw..“


So habe ich mir, meinem diesbezüglich unzureichenden Vermögen zufolge, diese Passage richtig einzuordnen, gemäß Deiner unerbittlich strengen Zensur, eine 5- eingefangen :-(((


Bester Gruß an Dich und in die Runde! - Karl