Am 26.01.2026 um 15:14 schrieb waldemar hammel über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:
der bodhisattva in tiefer meditation im lotussitz, dann jedoch hält er die nach oben geöffnete linke handfläche weiterhin ruhig in seinem schoß, und berührt mit dem rücken der ersten zwei fingerglieder der rechten hand den erdboden neben sich und erwacht in diesem moment aus seiner meditation als erleuchteter, als buddha - "om mani padme hum" - versuche es einmal, um von göttern und kosmischen entitäten loszukommen, welche in sinnloser begierde eine leere in dir füllen => dabei ist die erlangung der inneren leere, die zerstörung des ich (=> Stolz, Eifersucht, Begierde, Unwissenheit, Gier, Hass), der eigentliche grund, das ziel, die essenz des daseins ...
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Das muss ich nicht versuchen, lieber Waldemar, denn ich praktiziere diese Art der Meditation seit Jahrzehnten; Zwar längst nicht mehr täglich, doch sicher mehrmals die Woche. Was nun die 7 Todsünden (Stolz, Eifersucht, Begierde…) anbelangt, die mir als Katholik schon von früher Kindheit an als sog. Grundgefährdungen des Menschen gepredigt wurden und mich in so manche Seelennöte gestürzt hat, wenn ich im Beichtstuhl Unkeuschheit oder meinen bisweilen aufflammenden Jähzorn zu bekennen hatte. Warum Stolz als Sünde gilt, habe ich nie verstanden, sehr wohl jedoch, wenn er als Hochmut und Überheblichkeit daherkommt.
Eifersucht, Begierde sind mir fremd, Unwissenheit ein Übel, Hass auf einige wenige Zeitgenossen, diese Gefühle sind mir ehrlich gesagt nicht fremd. Unmäßigkeit allenfalls in der Art, nicht immer das rechte Maß zu finden. Trägheit oder Überdruss gilt es zu beichten, wobei letzteres eher auf meiner wachsenden Abscheu eben gegen alles ZUVIEL im privaten und gesellschaftlichen Leben aufsetzt.
Womöglich erklärt das meine Hinwendung seinerzeit zu den Schriften und Vorträgen von Jiddu Krishnamurti und zu weiteren Protagonisten des sog. New Age, wie Capra, David Bohm, Feynman, vor allem dem - seitens der Verfechter des Materialismus - viel gescholtenen Rupert Sheldrake mit seinen morphischen Feldern (von deren Existenz ich zutiefst überzeugt bin).
Krishnamurti stand mit einigen dieser Personen im Kontakt. Sein zuletzt immer penetranter werdendes Plädoyer für die Unterdrückung, bzw. Auflösung des Ichs, die Rücknahme des Selbst, resp. des Ego, insofern er diese als das Grundübel menschlicher Existenz und als solche die Ursache aller auftretenden Konflikte postulierte: Bei allem Verständnis für seine Argumente - war das dennoch der Auslöser für meine Abkehr von ihm und seiner ständig geforderten Umterdrückung des ICHs, also quasi die Forderung zu dessen Zerstörung; Ein irrsinniges Ansinnen, wie ich meine, denn ein gesundes EGO ist Voraussetzung für ein gelingendes Leben, Egozentrik hingegen ist allem gesellschaftlichen Leben, letztlich auch dem eigenen abträglich.
Eigentlich ist alles diesbezüglich nun Geschriebene Binsenweisheit und wenn man zurückkommt auf benannte 7 Todsünden, könnte man diese Grundübel mit einem einzigen Satz aus der Welt schaffen: Der Kant‘sche kategorische Imperativ als basales Prinzip moralischen Handelns, verbunden mit entsprechendem Willen zur guten Tat.
Idee - Tat - Wirken, diese Trinität kann im übertragenen Sinn als metaphysische Grundlegung für sittliches Verhalten stehen. Die gute Idee, der die gute Tat folgt, bewirkt ein gutes Leben für jeden Einzelnen, individuell und in Gemeinschaft.
Die meditative Verschmelzung mit dem Klang des OM MANI PADME HUM vermittelt Kohärenz mit dem ganzheitlichen SEIN und definitiv nicht mit geglaubten Göttern und Geistern.
Kohärenz im Sinne von Teilhabe an diesem allumfassenden, somit kosmischem EINEN und in diesem das VIELE, unabhängig von Sinneserfahrung und allen möglichen (Gottes-)Vorstellungen im menschlichen Geist.
„God is a feeling“ oder wie Du, Waldemar, es ausgedrückt hast: Gott als das Gefühl von Allgeborgenheit. Dieses Gefühl ist ausschließlich nur über Gleichklang, d.h. kohärente Schwingung mit diesem EINEN herzustellen; Das kann für Christen im Gebet, für Menschen in kontemplativer Verschmelzung mit diesem EINEN in besagter Mediation „OM MANI PADME HUM“ geschehen. Das ist also alles keine Frage von „Glauben“ oder sonstig skurriler Gottesvorstellungen. Das Einssein mit dem EINEN ist in erster Linie kein funktional sinnlicher Akt des Denkens, sondern des Fühlens, dem Erspüren dieser göttlichen Wesenheit, als solche kosmisch omnipräsent, namenlos, gestaltlos: JAHWE - ICH BIN DA.
Purer Geist - intelligible, kosmische Entität. Damit in Resonanz zu kommen, setzt Gleichklang - in Kohärenz damit sein - voraus:
Das ICH im göttlichen DU - das EINE im GANZEN. Würden Menschen dieses DU als das EINE erspüren, damit im Gleichklang sein, wäre diese Welt ein besserer Ort.
Dazu nochmal das Zitat einer jungen Muslima: „Im Namen von Allah wird Unheil angerichtet, das im Bewusstsein eines Gottes nie geschehen würde“.
KJ
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Am 25.01.2026 um 05:10 schrieb Karl Janssen über PhilWeb:
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Am 24.01.2026 um 13:41 schrieb waldemar hammel über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:
Am 24.01.2026 um 03:35 schrieb Karl Janssen über PhilWeb:
Mit dem Glauben an, besser in Überzeugung von der Existenz dieser Entität besteht die Möglichkeit zur Partizipation am Prinzip der göttlichen Trinität: Idee - Tat - Wirkung.
ja genau, ich erinnere mich, "trinity" hiess der erste erfolgreiche atombomentest unter r.oppenheimer damals in neu-mexikos wüstengegend, und in der tat: idee => tat (der bau) => wirkung (verheerend), aber letztlich nur praktisch-angewandte physik, und damit hat die menschheit seither die option, sich selbst rechtzeitig zu nullen, ehe es ein asteriod oder megavulkanausbruch usw macht, bevor es in 300-500 millionen jahren die weiter alternde G3-sonne-selbst machen wird, denn alles irdische leben lebt und blödelt in einer wirklichen sonnenbedingten endzeit von nur noch ca 10%, und vielleicht ist es kosmosweit immer so, dass vermeintlich-intelligentes leben immer erst in den letzten 10% der planetaren lebenszyklen entsteht ??
idee (die sonne wird älter) => tat (sie wird dabei immer heisser, heute schon ca 10% heisser als anfangs) => wirkung verheerend, aber ebenfalls nur angewandte physik im sinne oppenheimers: "nun bin ich der tod geworden, zerstörer der welten"
in diesem weltall sind es sonnen, die leben erzeugen, es eine zeitlang mästen und erhalten, und am ende lange vor ihrem eigenen untergang wieder nullen, und nicht götter oder sonstige entitäten ...
Ja, mein lieber Waldemar, man kann unschwer Deine Angst, Deine Deprivation von Sinn und Zweck menschlichen, resp. allen Lebens auf dieser Welt erkennen. Was Dich in Deiner Misanthropie, Deiner Weltverachtung von den Dir nahestehenden Buddhisten unterscheidet ist, dass diese ihre irdische Existenz als einen jeweils temporären Schritt auf diese Erde zur Ertüchtigung für das ersehnte Nirvana begründen, d.h. sie sehen diese Welt nicht als todgeweihten Planeten, sondern als einen Lebensraum, wo sich Geist per Inkarnation konstruktiv verwirklichen kann: Idee, Tat und Wirken. Idee ohne die Möglichkeit, sie in Form zu bringen, ist sinnlos vergeudet - im wahrsten Wortsinne!
KJ
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