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Am 29.03.2025 um 05:28 schrieb waldemar hammel über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:
wirscht vielleicht lache,
awwer hier im hunsrück is karneval oder meenzer fassenacht fascht
unbekannt,
feiert fascht niemand hier !/ hat hier keine tradition
(und ich erst recht nicht, die weitaus meisten leute sind mir
auch ganz ohne fasching (und zusauferei) schon bekloppt und
schwachsinnig genug,
diese ganze grundlose, aufgesetzte lustigkeit als geradezu
explosion von zur schau getragenem schwachsinn geht unendlich auf
die nerven, finde ich,
zb die vorgebliche "witzigkeit" von büttenrednern reizt mich eher
zum erbrechen als zum lustigsein)
Da gibt es tatsächlich sehr unterschiedliche Protagonisten, die einen sind überwiegend der Politiksatire verschrieben, die anderen schauen dem Volk auf‘s Maul und bringen die Quintessenz in die Bütt. Der eine mags, der andere nicht. Ich mag es schon aber zumeist nur das Unpolitische.
* liegt bei mir wohl auch daran, dass ich meines vaters unseliges
erbe seines kölner karnevals auch heute noch in kopf und gemüt
herumtrage ...,
da war väterchen immer tagelang verschwunden, und zurück nach hause
hatte er sein beamtengehalt komplett für nutten und sauferei
ausgegeben,
(sogar einmal 6.000 alte dm für seinen karneval in köln kredit bei
einer bank aufgenommen)
während wir, mutter + 5 kinder, zuhause saßen und nix zu fressen
hatten, und wenn er dann zurückkam, hatten wir zuhause mit ihm
privat-karneval,
indem wir, mutter + kinder, schön liebevoll und kräftig öfter bis
zum bluten durchgeprügelt wurden - seither habe ich zu karneval eine
ganz besondere beziehung
Einmal mehr eine Schilderung Deiner Kindheitserinnerung so unglaublich erschreckend und doch auch ein Blick in familiäre Tragödien, wie diese sich wohl bis in diese Zeit abspielen. Da Du diese Erlebnisse offenbar weder psychisch verarbeiten, noch diese Erinnerungen hinter Dir lassen - gewissermaßen ausblenden - kannst, werden sie Dein Leben auch weiterhin beeinflussen. Fachliche Hilfe durch Psychologen wirst Du vermutlich für Dich ausschließen. Ebenso die Möglichkeit, Dich diesbezüglich selbst aus diesem Sumpf derartiger Erinnerungen nach dem Beispiel des Freiherrn v. Mönchhausen herausziehen zu können.
Vor Zeiten hatte ich Dir empfohlen, den Song „Downtown“ von Petula Clark zu verinnerlichen:
„When you′re alone and life is making you lonely
You can always go
Downtown
When you've got worries, all the noise and the hurry
It seems to help, I know
Downtown
Just listen to the music of the traffic in the city
Linger on the sidewalk where the neon signs are pretty
How can you lose?
The lights are much brighter there
You can forget all your troubles, forget all your cares.“
Unter Menschen zu gehen, von diesen zu hören, dass sie ähnliche Erlebnisse einer schlimmen Kindheit „abhaken“ konnten und für ihr eigenes Leben neue Wege gefunden haben, das könnte Ansporn sein, es diesen Menschen gleichzutun. Bester Gruß!
KJ