eine Bemerkung Goethes: „Die Wissenschaft wird dadurch sehr zurückgehalten, dass man sich abgibt mit dem was nicht wissenswert, und mit dem was nicht wissbar ist.“ Könnten sich nicht auch Philosophierende an das halten, was wissenswert und wissbar ist? Und alles andere für sich behalten?
Wer glaubt, über alle wissbare Erkenntnis von Leben, Welt und Kosmos zu verfügen, kann selbstredend jedes weitere Hinterfragen, vornehmlich auch dieses Forum einstellen. Es gibt dann auch kein Staunen mehr, denn wie könnte man über etwas erstaunt sein, das man schon kennt, dessen man sich abschließend bewusst ist.
Ingo (it) tut hier so, als wären die Grundfragen der Philosophie bereits geklärt:
„Was kann ich wissen? - Was soll ich tun? - Was darf ich hoffen?“
Goethes Aussage ist sehr wohl berechtigt, wenn es darum geht, nicht Wissenswertes unbeachtet zu lassen. Das Problem dabei ist, dass kaum objektivierbar festzulegen ist, was in dieser Lebenswelt wissenswert ist, denn wer kann sich anmaßen, solche Feststellungen allgemeingültig, resp. letztgültig vorzunehmen.
Goethe hat eine Farbenlehre entworfen, die zu seiner Zeit durchaus als maßgeblich gelten konnte, allerdings dem heutigen Erkenntnisstand nicht mehr gerecht wird, somit historisch zwar als beachtliche subjektive Leistung zu werten ist, aus heutiger naturwissenschaftlicher Sicht eben ihre Gültigkeit verloren hat; Dabei ging Goethe mit Sicherheit davon aus, dass seine Farbenlehre den wissbaren Fakten zu diesem Themenbereich entspricht. Mit der Zeit als entropisches Phänomen gehen nicht nur Dinge zu Ende, sondern es entsteht Neues und damit neues Wissen, resp das Erfordernis, immer wieder Wissen neu zu erwerben.
Letztlich objektiviertes Wissen von Leben, Welt und Kosmos kann immer erst dann vorliegen, wenn die mannigfaltigen Prozesse der Erforschung eines Sachverhaltes durchlaufen sind und einer entsprechenden Falsifizierung standhalten.
Was nun die Philosophie als wissenschaftliche Disziplin anbelangt, wird man kaum festlegen können, wo die Grenzen des Wissenswerten zu setzen sind, schlichtweg deshalb nicht, weil es in diesem Wissensbereich per se keine Abgrenzung wie in den Naturwissenschaften geben kann. Doch auch für letztere wäre es fatal anzunehmen, in diesem Fachbereich über alles möglich Wissbare zu verfügen.
So kann Goethes Ratschlag nur auf den einzelnen Menschen, ggf. auf Gruppierungen abzielen, sich nicht über deren subjektiven Erkenntnishorizont hinausgehend mit Dingen zu befassen, da ihr subjektives Welterleben nicht die unterschiedlichen Ebenen der ganzheitlichen Lebenswirklichkeit zu erfassen vermag.
Einzig der intersubjektiv forschende Zugang zu den vielfältigen wissenschaftlichen Themenbereichen ermöglicht wirklichen Fortschritt in der Erkenntnis von „Gott und Welt“.
Aberwitzig anzunehmen, diese Menschheit würde über alles diesbezügliche Wissen verfügen und könne daher Forschung, somit auch ihre Königsdisziplin, die Philosophie aufgeben.
Das gilt natürlich auch für die Metaphysik als Teildisziplin der Philosophie! Lächerlich, in einem Forum wie philweb, die Berechtigung derselben infrage zu stellen.