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Am 26.05.2026 um 18:18 schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:


Am 26.05.2026 um 16:07 schrieb Karl Janssen über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:

Ich habe eben kein Problem „Geistiges“ zu erspüren, ist es doch der einzige Zugang zu intelligiblen Ebenen, als solcher nur durch Denken (als geistiger Prozess) und nicht unmittelbar durch Wort und Schrift zugänglich. 

Nur ist das Deine subjektive Angelegenheit, die niemand nachvollziehen kann, da „Geistiges“ bloß eine Metapher ist. Gemeinschaft entsteht daraus wohl nur durch Massensuggestion.   

Ja, ganz klar meine subjektive Angelegenheit, die ich allerdings mit Millionen anderer Menschen teile.


Dass Geistiges lediglich eine Metapher sein soll würde einer sehr eigenwilligen Interpretation entsprechen, da eine Metapher dazu dient, einen abstrakt sprachlichen Ausdruck bildlich umschrieben zu verdeutlichen. 


Ein Geistiges an sich ist jedoch sprachlich eindeutig definiert, nämlich ein nicht konkret messbares, greifbares und damit eindeutig immaterielles Agens. Um solchermaßen Geistiges sprachlich zum Ausdruck bringen zu können, bedient man sich einer Metapher und damit einer hinreichend geeigneten Umschreibung. 


Der Zugang in die sog. intelligible Ebene erfolgt durch unvermittelte, übersinnliche Perzeptionen und ist damit tatsächlich eine absolut subjektive Erfahrung. Charismatische Christen würden hier von unmittelbarer Gotteserfahrung sprechen. Für Dich ziemlich sicher nicht nachvollziehbar und auch für mich ein kaum lebensweltlich einzuordnendes Geschehen. 

Für uns beide gibt es diesbezüglich keinerlei Kongruenz und insofern ist und bleibt es müssig, diesen Themenbereich zu erörtern.

Dennoch -  apropos Massensuggestion - als ich am Pfingstsonntag einen Gottesdienst besuchte, habe ich in keinem Augenblick empfunden, einer Massensuggestion zu unterliegen, vielmehr ein Erleben von Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, eben im Sinne dieses Jesus Christus; Eine zuzeiten charismatische Person, deren Vermächtnis nichts weiter als das Postulat von Nächstenliebe ist und deshalb würde dieser Christus auch heute wieder an‘s Kreuz genagelt werden. Und er würde auch heute wieder allerlei Pfaffen aus dem „Tempel“ zerren, nicht hingegen jene, die in seinem Sinne den Menschen aufzeigen, dass es für sie eine Perspektive jenseits dieser Welt, eben benannter intelligiblen Sphäre gibt. Um solchermaßen Geistiges ausdrücken zu können, muss man sich geeigneter Metaphern bedienen. Ansonsten bliebe Schweigen, ganz im Sinne Wittgensteins.


Karl