Am 10.02.2025 um 15:15 schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:
Moin Karl,Am 08.02.2025 um 23:31 schrieb Karl Janssen über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:Erst eine KI, die sich vertiefend nachahmend über die Säulen des Neocortex erstreckte käme womöglich der menschlichen Intelligenz nahe. Ich hatte ja schon einmal verwiesen auf THE THOUSAND BRAINS PROJECT: A NEW PARADIGM FOR SENSORIMOTOR INTELLIGENCE:Hier wollte ich mich dem Dank von Claus für diesen Beitrag (samt Link) anschließen, zumal mir diese Thematik, nach all dem „Gezeter“ um politische und vor allem metaphysische Themen hier, als ein willkommener Richtungswechsel anmutet.milde stimmen wird Dich vielleicht auch der Hinweis auf Thomas Görlitz, der im Anschluss an von Weizsäcker mit seiner „protyposis“ womöglich eine Brücke zwischen menschlicher und künstlicher zur kosmischen Intelligenz geschlagen hat:
Das Buch „Von der Quantenphysik zum Bewusstsein“ von Brigitte u Thomas Görnitz habe ich mir vor einigen Jahren gekauft und lese immer wieder darin. Man merkt an vielen Stellen des Buches, dass Thomas Görlitz Schüler von C.F.von Weizsäcker war, dessen (für mich bedeutsamste) Schrift „Von der Einheit der Natur“ ebenso nachhaltigen Eindruck bei mir erweckt hat (Wir hatten hier darüber geschrieben und Waldemar hat daraufhin Autor und Buch vernichtend kritisiert).
Nach v. Weizsäckers Vorstellung müsse eine in sich geschlossene Theorie von Einheit, resp. von der Ganzheit des EINEN als Zentrierung auf ein Optimum beschrieben sein und damit eben keinerlei Ergänzung oder Erweiterung mehr erfordern, resp. zulassen. Das lässt an Ockhams Rasiermesser denken oder auch an Teilhard de Chardin (Omegapunkt).
Eine Theorie also mit der Forderung einer absoluten Begrenzung auf die Grundbausteine, quasi als letztbegründete Urobjekte. Diese, hinsichtlich ihrer rudimentären Abstraktheit begrifflich erfassen und beschreiben zu können, bedarf eines ebenso rudimentären Zugangs auf die Ebene der kleinsten Elemente („Hammelkörnchen“):
Urobjekte als Tröger bedeutungsfreier wie auch bedeutungsvoller
Quanteninformation, für die Görnitz den Begriff der Protyposis eingeführt hat.
Unbenommen der Bedeutungsfreiheit von Quanteninformation hatte ich daher seinerzeit dieses „It‘s all about information“ hier postuliert. Damit zeigt sich (wie ein Paradox anmutend), dass Quanteninformation zugleich bedeutungsvoll wie auch bedeutungsfrei ist. Das könnte Waldemars Postulat von der Sinnfreiheit des Lebens bestätigen, insofern man diese Freiheit als Möglichkeit freier Gestaltung sieht und mit Gestaltungsmöglichkeit kommt sogleich die Kontextabhängigkeit des Begriffs von Bedeutung ins Spiel, denn diese hat zwei grundlegend verschiedene Aspekte:
Zum einen die Herausbildung von Bedeutung aus bedeutungsfreier Information als ein objektiv naturwissenschaftliches Faktum, gewissermaßen naturgesetzlich regelhaft, zum anderen Bedeutung, die von einem Individuum mit dem Kontext subjektiv bedeutungsvoller Information aufgeladen wird.
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Für die Naturwissenschaft, vornehmlich Physik und insbes. die Astrophysik ist der Begriff von Protyposis deshalb hilfreich, weil damit Materie mit Ruhemasse als massefreie Energie definiert und zudem mit bedeutungsvoller Quanteninformation beaufschlagt ist.
Ein eher philosophischer, zumindest aber metaphysischer Aspekt von Protyposis ist dessen Selbstreferenz, sich quasi selbst wahrnehmend und somit durchaus als kosmische Intelligenz gesehen werden kann.
Bezogen auf das Görnitz‘sche Modell von Protyposis als abstrakt begriffliche Auffassung von kosmologisch angelegter Quanteninformation (die ich eben als kosmische Intelligenz benannt habe), wird man Protyposis in seiner Abstraktheit eher dem Bereich des Geistigen, der intelligiblen Sphäre zuordnen.
Für meine Begriffe ist unter diesem Aspekt ein möglicher Weg eröffnet, diesbezügliche geisteswissenschaftliche Sichtweisen auf Welt und Kosmos mit jenen der Naturwissenschaft zu vereinen und damit die Einheit der Natur, resp. das EINE als den genuinen Beziehungscharakter von Wirklichkeit allgemeingültig definieren können: TOE (Theory of Everything).
Bis dahin wird es noch beliebige, zudem unumgängliche Auseinandersetzungen, insbes. hinsichtlich religiöser Dogmen und sonstigem Fundamentalismus, ebenso mit der klassischen Philosophie geben, die letztlich aber mit Sicherheit zu einem grundlegenden Paradigmenwechsel führen werden.
Mit Dank für o.a. Link und der Aussicht auf diesbezüglich weiterführende Diskussionen hier!
KJ