Am 24.01.2026 um 04:05 schrieb Arnold Schiller über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>: Am 21.01.26 um 09:09 schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb:Bloßes umgangssprachliches Fabulieren hilft da nicht weiter.Es geht nicht um das fabulieren, sondern um das sprechen überhaupt.Aber das Sprechen weist nicht über die Lebenswelt hinaus.
Unser menschliches Denken und Sprechen ist in einer Lebenswelt verwurzelt.
Ein Kind, das einen Ball unter das Sofa rollt, weiß, dass der Ball noch da ist (auch wenn es ihn nicht sieht). Das ist Weltwissen.
Ein Mensch, der „heiß“ sagt, kann sich auf die Empfindung einer Tasse Kaffee, auf eine scharfe Soße oder auf eine unangenehme Diskussion beziehen. Das Wort ist mit Erfahrung verknüpft.
Eine KI hat diese Welt nicht. Sie hat keinen Körper, keine Sinne, keine Erlebnisse. Für sie ist „Ball“ ein Zeichen, das statistisch oft mit „rund“, „werfen“ und „Sofa“ vorkommt. „Heiß“ ist ein Zeichen, das oft neben „Kaffee“, „Vorsicht“ und „Temperatur“ steht. Sie simuliert Bedeutung, ohne etwas zu meinen.
Eine LLM denkt nicht aber ist zweifelsfrei Mathematik. Sie rechnet mit Sprache."Es unterschätzt imho die Kritik Wittgensteins." war nicht so gemeint, wie du das anscheinend auffasst. Ich bin da auch nicht formal, wie du annimmst, die Form ergibt sich und sei es nur durch ein Auswahlaxiom der Wahl zwischen Zeichen und Nichtzeichen. Das Bild das sich in der Erkenntnis ergibt sind aber nicht lauter Nullen und Einsen, selbst wenn es möglich ist alles darin zu kodieren.Die Mathematik ist eine hochkomplexe Kunstsprache, in der es um sehr viel mehr geht als um Digitalisierung. Mit dem Zählen kann sie nur begonnen werden.