Kann nicht auch gesagt
werden, dass dieses implizite Denken, gemäß dem "die anderen"
noch nicht ... angelangt sind, zu vielen Streitereien führt, die
ohne dieses Denken nicht möglich wären?
Hi JH,
„Philosophische Probleme entstehen, wenn die Sprache feiert“, also führen wir „die Wörter von ihrer metaphysischen wieder auf ihre alltägliche Verwendung zurück“; denn: „wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“, beendete Wittgenstein ja seinen Tractatus — und entging so sinnlosen Streitereien. Nach Logik und Ethik kam für ihn das Mystische, das nur noch „gezeigt" werde könne — durch Mathematik und Musik sowie in den experimentellen Wissenschaften und bildenden Künsten etwa, wie ich meine. Andererseits gibt es hinsichtlich der Mathematik, Musik, Poesie und bildenden Künsten keine ständigen Vorwürfe darüber, ihrem ungewöhnlichen Denken und Tun ggf. nicht mehr folgen zu können. In der Poesie feiert die Sprache ebenfalls — und es wird dabei belassen. Sollten auch Philosophierende mehr Gelassenheit und künstlerische Freiheit zulassen? Warum wird literarisches Philosophieren engstirniger betrieben als Literatur allgemein? Liegt es am jeweiligen Verhältnis von Talent, Bildung und Zufall? Gibt es überhaupt so wie musikalisches etwa genuin philosophisches Talent? Mir sind keine seriösen Untersuchungen dazu bekannt.
IT