Am 03.05.2026 um 11:00 schrieb Rat Frag <rat96frag@gmail.com>:

Am Mo., 16. März 2026 um 08:08 Uhr schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:

>> Du scheinst gerne mit Ausnahmen gegen die Regeln zu argumentieren; aber führt das weiter?

Ich halte die Anahme, dass...
... andere Lebewesen selbstverständlich Territorialstreitigkeiten haben, Kampf um Brunft etc.
... der Mensch dann zunächst die große Ausnahme war.
... dann die Jungsteinzeit den Menschen wieder Territorialstreitigkeiten etc. gegeben hat.
Für weniger plausibel als einfach zu sagen: Der Mensch macht keine Ausnahme. 

Es ging um Kriege, die nur Menschen untereinander führen und die erst seit der Jungsteinzeit häufig werden. Streitereien kommen unter Tieren und Menschen gleichermaßen vor. Undifferenzierte Verallgemeinerungen (durch den Übergang von Kriegen zu Streitereien) ebnen wesentliche Unterschiede zwischen Menschen und Tieren ein. Das hatte ich schon einmal als Biologismus bezeichnet. 

Das einzige, was man leider feststellen muss, ist, dass die Idee, das Internet könnte zur Demokratisierung beitragen, heute naiv erscheint.

Dieser Feststellung kann ich folgen. Auf die Druckerpresse folgte der Rundfunk, dann kam das Fernsehen und heute haben wir das Internet. „Was speziell den Rundfunk anlangt, so hat er eine einzigartige Funktion zu erfüllen im Sinne der Völkerversöhnung. Bis auf unsere Tage lernten die Völker einander fast ausschließlich durch den verzerrenden Spiegel der eigenen Tagespresse kennen. Der Rundfunk zeigt sie einander in lebendigster Form und in der Hauptsache von der liebenswürdigen Seite. Er wird so dazu beitragen, das Gefühl gegenseitiger Fremdheit auszutilgen, das so leicht in Misstrauen und Feindseligkeit umschlägt.“ 

So beendete Einstein seine Rede zur Eröffnung der Funkausstellung 1930. Kurz darauf bedienten sich die Faschisten des Mediums durch Verbreitung des Volksempfängers. Und heute sind es wieder Faschisten, die sich im Internet verbreiten, wobei aus dem Volksempfänger das Smartphone wurde. Die liebenswürdige Seite der Menschen scheint gegenüber der Feindseligkeit zur Nebensache geworden zu sein. Netzphilosophie ist ein weites Feld. Die Feldforschung dazu überschaue ich nicht. Inwieweit folgen bspw. die vielen Spams, Slopaganda, Kampagnen und Skandalisierungen eher der Gier denn der Ideologie?   

Die Vervielfachung der Propaganda gelingt durch "Slopaganda: The interaction between propaganda and generative AI“

https://arxiv.org/pdf/2503.01560

IT