Am So., 25. Sept. 2022 um 03:03 Uhr schrieb Karl Janssen <janssen.kja@online.de>:
Ich hatte hier kürzlich schon Bezug auf Aristoteles’ Wahrheitsbegriff genommen. Dieser ist in der Philosophie offenbar geläufiger als jener des Thomas von Aquin (der mir jedoch zugänglicher ist).

Sind das nicht bis auf die Formulierung eigentlich die selben?
Beides Korrespondenztheoretiker. Mir ist ehrlich gesagt Thomas Begriff bekanntern: Korrespondenz von Intellekt und Sache.
 
Aristoteles bezieht seinen Wahrheitsbegriff auf das tatsächliche (vorhanden) SEIN eines Faktums als WAHR bzw. dessen NICHT-SEIEND als FALSCH. Die wirklich mentale Verbindung resp.  Bindung an eine reale Gegebenheit ist das entscheidende Kriterium für die Wahrheit.

Was in alten Büchern auf Parmenides (nicht den von Platon) zurückgeführt wird. Dass das Sein ist und das Nichtsein nicht ist.
 
Der Wahrheitsbegriff im Kontext der sog. Kohärenztheorie ist m.E. tatsächlich eher ein theoretisches Konstrukt zur Definition des Wahrheitskriteriums schlechthin. Das Kriterium ist demnach der faktisch existierende Zusammenhang zwischen einem konkreten Tatbestand/Sachverhalt und einer getätigten Aussage darüber.

Ja und Nein.
Fügen Kohärenztheoretiker Kriterium und Definition von Wahrheit zusammen?