Am 06.11.2025 um 01:13 schrieb Karl Janssen über PhilWeb:

Grundsätzlich jedoch hat Mystik sich aus dem Bedürfnis von Menschen entwickelt, gefühlsmäßig in Einklang mit einem geglaubten Gott zu kommen.

 „God is a feeling“ - diese Empfindung eines amerikanischen Philosophen hatte ich hier zitiert und Waldemar präzisierte diese mit der (angesichts seiner üblich hier postulierten Weltsicht) für mich überzeugenden Ergänzung:

 „Gott ist das Gefühl von Allgeborgenheit“. 


Es ist diese tiefe, genuine Religiosität in ihrer etymologischen Wortbedeutung „Religio“ - symbolisch abgeleitet von Religare - als Rückbindung des Menschen an Gott verstanden. Unbenommen sprachwissenschaftlicher Differenzen bezüglich dieses Begriffs (Religamen als das eigentlich Rückgebundene) geht es um die ursächliche Verbindung von Mensch und Gott.


Soweit zum religionswissenschaftlich, theologischen Terminus, der seinen Ursprung in der Mystik hat und im eigentlichen Sinn das Gefühl von Einheit mit Gott ausdrückt. Ebenso im gebräuchlichen Begriff von Glauben, dessen genuine Bedeutung dem griechischen „Pistis“ als dem Inbegriff von Treue und Vertrauen entlehnt ist:

Vertrauen als das Gefühl von Allgeborgenheit in Gott.


obiges (mystik ursprung als verbindung zu gott gesucht) stimmt nicht, geschichtsklitterung ! der ursprung der mystik war vielmehr ganz unspektakulär und vom menschlichen empfinden und danach auch denken sogar völlig richtig, dass mensch teil der ihn überwältigenden natur um ihn herum ist, deshalb wurden naturkräfte als naturgeister erlebt, zu denen es galt balancen zu finden usw = mensch also in einheit mit der natur, und mensch unterworfen der natur und daher den sie beseelenden naturgeistern der ursprung aller mystik (siehe petroglyphen, erste künstlerische figürchen, der umgang mit erjagten toten tieren führte ganz selbstverständlich auch zum bis hin kannibalen totenkult an menschen, etc)

mystik als vorerst nur gefühlsmässige ur-erfahrung des menschen, dass "alles eins", dass "wie oben so unten", oder wie auch immer auszudrücken

viel später dann auch die "positivistische", die rationale, "die mathematisch-exaktifizierte" genau selbe erfahrung, dass die welt "aus einem guss" ist, das alles mit allem unauftrennbar zusammenhängt, usw

"blutigste" mystik und "eiskaltigste" rationalität lesen bis heute dasselbe ganz große buch, dass frei ausgebreitet für jedermann lesbar ist, und dennoch "hermetisch" (= unfassbar) ist und bleibt: das buch der natur im original, und eben nicht in schwachsinnigen menschfabrizierten "bibeln" aller arten, zu denen metaphysik als afterwissenschaft passt wie faust auf auge

[ lustige metaphysik:

https://www.ruhr-uni-bochum.de/phth/jansen/Texte/Metaphysik-Folien.pdf#:~:text=Metaphysik%20ist%20die%20Wissenschaft%2C%20die%20die%20jenseits,TA%20PHYISKA%20zusammengestellten%20Schriften%20be%2D%20handelt%20wird.

]

gefühlsmässige mystik und wissenschaftlicher (rationaler) positivismus reden vom genau selben und versuchen das genau selbe zu beschreiben/zu umschreiben (der natur der natur) nur eben in verschiedenen worten und in unterschiedlichen sprachen, was daher zu endlosem lamento und auch missverständnissen führt

heute gegen vorgestern, ein wirklicher fortschritt? eigentlich nicht, denn die natur bleibt im gefühlten UND rationalen hermetisch, unfassbar, nicht wirklich verstehbar, weil (auch) lebewesen mensch als einer ihrer bestandteile immer nur die quasi "subjektive" innenperspektive hat ("mitgefangen mitgehangen"), und nie die davon getrennte aussenperspektive einnehmen kann = die natur "betrachten" ja, aber immer nur als eben teil derselben und niemals von ausserhalb, und das macht auch die heute "wissenschaftlichste wissenschaft" zu einer "vanitas-kunst", nicht besser als die uralten petroglyphen unserer vorfahren an höhlenwänden (die mammutjagd vorzeiten als petroglyphe an höhlenwand unterscheidet sich nicht wirklich von unserer heutigen erkenntnisse-jagd auf papier und am digitalen bildschirm)


So also nochmal zurück zur Mystik in ihrer genuinen Bedeutung:

Mystische Erfahrung von Nähe oder sogar Einheit mit Gott, ...

s.o., eben nicht, genuin hat(te) mystik naturkräfte "im visier", die mangels anderer erklärungen ganz naheliegend als (diktatorische) "götter" erlebt wurden, welche man aber "kommunizierend" mitunter "gnädiger" stimmen konnte, (zb während einer kälteperiode genügend jagbare tiere "erbitten", und die gesamte menschhorde konnte sich dann tierfelle umhängen um sich zu wärmen) - das verhältnis zwischen diesen naturkräfte-"imaginierten-göttern" und mensch blieb dabei aber immer höchst ambivalent, weil naturkräfte eben (nicht nur damals) nicht beeinflussbar waren = sie "kommunzier(t)en" nicht wirklich, zb ein schneesturm lässt sich nicht durch bitten und betteln "ausschalten"


Gottesvorstellung als Instanz kosmische Intelligenz?

mir kommt es so vor, als wüsste das wasser genau, dass es im sommer als regen und im winter als schnee zu fallen hat, woraus sich manche metaphysische frage erhebt, weil wasser doch angeblich nicht denken und somit auch nix wissen kann ...

wh.

 


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