Am 08.04.2026 um 02:52 schrieb Arnold Schiller <schiller@babsi.de>:

Konventionen, Konventionen - nein ich würde auf Popper vermutlich mit dem Schürhaken losgehen - aber ich habe gewisse Ansichten mancher Physiker im vorauseilenden Gehorsam in manchen Texten einfach übernommen. 

Man verliert sich halt ziemlich schnell in Unsinn, wenn ich über die Signalqualität eines Buchstabens diskutieren wollte.  Und was bitte ist "Physik"? Wir tun so als ob wir uns ausserhalb der Begrifflichkeiten stellen könnten und eigentlich war das nie so. Wir müssen Begriffe erstmal haben um überhaupt sowas wie falsch und wahr oder irgendwas dazwischen ausdrücken zu können. Aber das hat Popper eh nie verstanden und ob jetzt Wittgenstein mit dem Schürhaken spielte oder ihn tatsächlich hätte auspacken wollen, weiß auch keiner.

Hinsichtlich MWI ist noch anzumerken, dass Everett seine Arbeit als „'Relative State' Formulation of Quantum Mechanics“ bezeichnet hatte, weil er die „Zustände“ in der QM analog zu den Bezugssystemen in der Relativitätstheorie behandeln wollte. Erst sein Doktorvater Wheeler führte die populär gewordene Bezeichnung der „Vielen Welten" ein. Von Wheeler stammt ja auch die weit verbreitetete Bezeichnung „schwarzes Loch“ anstatt einfach von einer Singularität zu schreiben. 

Jon Geist vom National Institute of Standards and Technology ist kürzlich in "Reanalysis of Everett’s relative-state formulation of quantum mechanics“ zu dem Ergebnis gekommen, dass "experimental tests of RSQM are not only possible, but have already been completed, and they universally reject RSQM as a meaningful model of the physical world.“ Damit wäre auch Popper genüge getan, aber natürlich nicht die QM widerlegt. 

https://arxiv.org/pdf/2411.17757

IT