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Am 26.05.2026 um 18:18 schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:


Am 26.05.2026 um 16:07 schrieb Karl Janssen über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:

Ich habe eben kein Problem „Geistiges“ zu erspüren, ist es doch der einzige Zugang zu intelligiblen Ebenen, als solcher nur durch Denken (als geistiger Prozess) und nicht unmittelbar durch Wort und Schrift zugänglich. 

Nur ist das Deine subjektive Angelegenheit, die niemand nachvollziehen kann, da „Geistiges“ bloß eine Metapher ist. Gemeinschaft entsteht daraus wohl nur durch Massensuggestion.   

Es gibt aber diesbezüglich Beispiele von nonverbaler zwischenmenschlicher Interaktion aus dem lebensweltlichen Alltagsbereich: Man spürt bisweilen nur, wenn man von anderen Menschen beobachtet wird, ohne diese selbst zu sehen oder verbal zu kontaktieren. 
Hinzu kommt das Phänomen der gespürten Liebe. 

Was mit dem Wort „Liebe“ nicht alles verbunden wird. Das reicht von Hormonkonzentrationen im Blut über Verliebtheit, Leidenschaft, Liebeskummer bis zu Bessenheit. Jeder Mensch spürt offensichtlich was anderes darunter, wie sollte das zu irgendwas taugen? Es sei denn, es geht um das eigene Wohlgefühl im Wahn der Verliebtheit … 

Nochmal Religion:  Apostel Paulus wusste und sagte: „Ohne Liebe ist alles nichts“. Sie ist geduldig wie auch freundlich, niemals neidisch, nicht nachtragend, nicht prahlerisch und sucht nicht den eigenen Vorteil. 

Für Liebe gilt das gerade nicht, sondern für Erkenntnis; denn Liebe ist ungeduldig, neidisch, nachtragend, prahlerisch und sucht den eigenen Vorteil — und dann wird aus Liebe auch noch gemordet … Wobei es über die Physiologie hinaus überhaupt keine „Liebe an sich“ gibt, sondern nur auf ihre je eigene Weise liebende Menschen.  

Einmal mehr eine für Dich typische Interpretation, denn wirkliche Liebe kann gar nicht neidisch, nachtragend, prahlerisch oder eigennützig sein. Es sind vermeintlich liebende Menschen, die ihrem defizitären Charakter geschuldet derartiges Verhalten zeigen, resp. solche Gefühle - wie eben krankhafte Eifersucht, Missgunst etc. - in sich tragen und auf entsprechende Weise zwischenmenschlich agieren.

Karl