ganz im ernst gemeint:

lieber ingo mack,

du wirst mir langsam unheimlich bezüglich deiner meinen ansichten nach --völlig richtigen/zutreffenden -- politisch-gesellschaftlichen einsichten/ansichten ...

wh.

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Am 20.01.2026 um 19:24 schrieb ingo_mack über PhilWeb:
Hallo Thomas, werte Anwesende,

es kann keinen Gottesbeweis geben – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des biblischen Bilderverbots: /Du sollst dir kein Bildnis machen/. Ein solcher Beweis wäre nur denkbar, wenn er individualisiert „von innen“ geschieht. Doch selbst dann bleibt ungeklärt, welche epistemische Sicherheit inneren Erfahrungen oder Gefühlen zukommt und wie transparent der Werdegang einer solchen Überzeugung für sich selbst wie für andere rekonstruiert und kommunizierbar gemacht werden kann.

Gerade diese Spannung zwischen innerer Gewissheit und äußerer Anschlussfähigkeit verweist auf ein grundsätzliches Problem, das auch jenseits religiöser Fragen relevant ist – etwa für Wahrheit, Politik und Demokratie.



am 20.01.26 um 10:50 schrieb Dr. Dr. Thomas Fröhlich über PhilWeb:

   „Die übergreifende Perspektive anerkennt zugleich die aspekthafte
   Jeweiligkeit und die aspekthafte Allgemeinheit, und das, was das
   Verbinden zu beiden Aspekten, den sondernden und den
   verallgemeinernden, ausmacht. Womit wir wieder beim Gesamtbild der
   Trinität wären …“

Systemtheoretisch gelesen setzt eine solche übergreifende Perspektive voraus, Realität, Wahrheit und Bedeutung nicht als objektive Größen, sondern als *Resultate operativ geschlossener, kommunikativ selektiver Systeme*zu begreifen. Wahrheit fungiert dabei weniger als Korrespondenzkriterium denn als *Medium erfolgreicher Anschlusskommunikation*.

Vor diesem Hintergrund erhält das Diktum
/quod licet Iovi, non licet bovi/
eine präzise politische Bedeutung: Nicht jede Stimme verfügt über dieselbe systemische Resonanz. Die formale Gleichheit demokratischer Partizipation kollidiert mit einer faktischen *Ungleichverteilung von Anschlusschancen*, die sich entlang ökonomischer, medialer und institutioneller Machtachsen ausprägt.

Populismus kann in diesem Zusammenhang als *Resonanzsimulation*verstanden werden. Er verspricht dem „Ochsen“ vordergründig mehr Stimmrecht, mehr Sichtbarkeit, mehr Unmittelbarkeit – ohne jedoch die strukturellen Bedingungen der Resonanzverteilung zu verändern. Der Ochse darf sprechen, aber nicht entscheiden; er wird adressiert, ohne wirklich eingebunden zu sein. Populistische Kommunikation ersetzt strukturelle Teilhabe durch symbolische Anerkennung.

Der damit einhergehende Vertrauensverlust ist weniger ein moralisches Versagen der Bürger als ein *systemisches Entropiesignal*. In stabilen Systemen wird Komplexität produktiv verarbeitet; Vertrauen fungiert als Reduktionsmechanismus. Sinkt das Vertrauen, steigt die kommunikative Reibung, ohne dass neue Ordnungsformen entstehen. Das System bewegt sich nicht in Richtung Transformation, sondern in Richtung *dynamischen Stillstands*: immer mehr Kommunikation bei immer geringerer Wirksamkeit.

Demokratische Republiken geraten so in ein paradoxes Stadium:
Sie funktionieren formal weiter, verlieren aber ihre adaptive Energie. Populismus verstärkt diesen Zustand, indem er Entropie nicht abbaut, sondern affektiv umlenkt. Die Folge ist eine scheinbare Politisierung bei gleichzeitiger struktureller Immobilität.

Damit zeigt sich erneut:
Man kann Recht haben, ohne gehört zu werden –
und gehört werden, ohne Recht zu haben.
Populismus verschiebt diese Differenz nicht, sondern *maskiert sie*, während der Vertrauensverlust anzeigt, dass das System seine Resonanzfähigkeit zunehmend erschöpft.

Gruß aus der Diaspora
ingo mack



Am 20.01.26 um 15:19 schrieb ingo_mack über PhilWeb:
Außer-narrative Inputs wirken als potenzielle Katalysatoren für Systemveränderung,
wenn sie Resonanz und kommunikativen Anschluss finden

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