Am 09.02.2026 um 15:22 schrieb ingo_mack über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:

KI kann und darf (noch) nicht nach ethisch-moralischen Gesichtspunkten "bewerten", "entscheiden", oder in irgendeiner anderen "semantischen" Hinsicht ein maßgebliches (axiomatisches) Urteil "sprechen“.
soweit scheinen wir uns einig zu sein. du unterstellst mit: zitat:"Und was die KI noch mitteilte: „Der Schritt vom „Hier“ zum „Kosmos“ ist wahrscheinlich derselbe kognitive Mechanismus, der auch Mathematik ermöglicht" Zitat ende  " allerdings, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist,  wann diese "belastbare, lebenswelt-relevante Urteilsfähigkeit- - auch zur Grundlage der "an den menschen angepasste semantische Geltungsraum" für eine "erwachsene" KI ist.

Die KI folgt ja lediglich den Daten aus dem Internet anhand ihrer antrainierten Schemata — und so gibt sie auf Nachfrage auch ihre Quellen an, bspw: 

https://george-lakoff.com/books/where-mathematics-comes-from/?utm_source=chatgpt.com

https://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/891/1947

Die metaphorische Struktur von Sprachkonzepten soll sogar eine experimentelle Philosophie ermöglichen: 

https://george-lakoff.com/wp-content/uploads/2011/04/experientialist-philosophy-lakoff-and-johnson-1992.pdf

Dem kann ich nur insoweit folgen, als dass ein kognitiver Zugang zur Philosophie methodisch erst im Nachhinein erfolgen kann. Erst kommen die (methodischen) Konstruktionen, dann können die aus ihnen folgenden Strukturen bedacht werden.   

angenommen, diese Struktur der Evolution von Bewusstsein kann als gültig vorausgesetzt werden, dann ist für mich eine wesentlich weiter zu fassende Wahrscheinlichkeit denkbar: Das Universum ist strukturell ein „Gehirn" und alles im  und am Universum ist unmittelbarer Bestandteil dieses kosmischen Bewusstseins. wann und wo dieses Cluster "universales Bewusstsein" erstmalig aufgetreten ist oder ob wir hier von Ewigkeit (ohne Anfang, ohne Ende) reden, spielt das wirklich eine Rolle?

Damit lehnst Du Dich viel zu weit aus dem Fenster! Nicht Grammatik, Zahl und Kosmos sind Ausdruck desselben geistigen Prinzips; vielmehr geht es um die methodische (Re)konstruktion von Grammatik, Arithmetik und Kosmologie. Daran anschließend könnten Bewusstseinsbildung, Evolution und Kosmologie in eine allgemeine Naturgeschichte überführt werden. 

wenn menschen (als kosmischer Bestandteil) Semantik entwickeln konnte, können sie sich trotzdem nicht aus dem "Cluster" ausklinken, da sie lediglich die "erlaubten Tricks" gelernt haben um ihre Wirklichkeit zu "beherrschen". KI ist NICHT aufgrund von KI-motiviertem Bewusstsein entstanden. sie wurde von Menschen "angefertigt". kann ein Mensch etwas mit Eigenschaften erschaffen, dessen Eigenschaften über die potentiellen Eigenschaften eines Menschen hinausgehen? und dazu noch die Frage "woher dieses Mehr an Bewusstsein“ kommen soll, wenn nicht aus dem evolutionär entwickelten menschlichen "Deutungsraum" ?

Das ist zu essentialistisch gedacht. Es geht nicht um Eigenschaften, sondern um Strukturen. Und die werden in der Mathematik entwickelt und zeigen doch sehr schön, wie weit sie über den menschlichen Horizont hinausreichen, obwohl Mathematik Menschenwerk ist. Der umgangssprachlich-menschliche Deutungsraum ist sehr viel beschränkter als der mathematische.  

IT

Am 09.02.26 um 14:41 schrieb tessmann--- über PhilWeb:

Und dann wird die KI geradezu metaphysisch: „Manche Philosophen und Kognitionsforscher glauben, dass Sprache selbst nur ein Spezialfall dieser allgemeinen Abstraktionsfähigkeit ist, während Mathematik deren reinste Form darstellt. Das würde bedeuten, dass Grammatik, Zahl und Kosmos Ausdruck desselben geistigen Prinzips sind.“