Am 17.03.2025 um 11:11 schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb <philweb@lists.philo.at>:

Insofern Goethe sein Fühlen bedachte, war er Phänomenologe und insofern er seinen Prinzipien folgte Metaphysiker — auch in der Wissenschaft, wie seine Ur-Theorie in der Morphologie zeigt, in der er schreibt von Totalität, Polarität, Harmonie, Ur-Phänomen. Ur-theoretisch treffen sich Goethe und von Weizsäcker. Wenn die Worte nicht nur hohle Phrasen bleiben sollen, sind sie methodisch zu entwickeln, so wie Görnitz es ja mathematisch im Anschluss an Einstein, Bohr, Heisenberg und von Weizsäcker vorgeführt hat mit seiner Protyposis. Görnitzens „Von der Quantenphysik zum Bewusstsein“ scheint mir dabei 2016 an „Die Selbstorganisation des Universums“ des Erich Jantsch von 1979 anzuknüpfen. Begriffsgymnastisch geschwafelte Metaphysik halte ich für überflüssig, prinzipiengeleitet mathematisch formulierte für sinnvoll.      

Zu den kürzlich aufgeklärten Ur-Phänomenen zählt der Ursprung der Atmung auf der Erde, der mit urtümlichen Bakterien begann, die noch heute in Ökosystemen ohne Sauerstoff vorkommen, etwa in heißen Quellen am Meeresgrund. Siehe dazu: "Molecular principles of redox-coupled sodium pumping of the ancient Rnf machinery: … Our study unveils an ancient mechanism for redox-driven ion pumping, and provides key understanding of the fundamental principles governing energy conversion in biological systems“:

https://www.nature.com/articles/s41467-025-57375-8

In der Pressemitteilung heißt es: Eine Schlüsselrolle bei der ursprünglichen Atmung spielt „ein Konglomerat aus verschiedenen Proteinen, der sogenannte Rnf-Komplex. Die Proteine sind zum großen Teil in der Membran eingebettet, die die Bakterienzelle umgibt. … Bei der Reaktion von Kohlendioxid mit Wasserstoff zu Essigsäure werden über verschiedene Zwischenschritte Elektronen vom Wasserstoff auf das Kohlenstoff-Atom übertragen. Der Rnf-Komplex übernimmt dabei eine Mittler-Rolle: Er nimmt die Elektronen auf und reicht sie weiter.“ 

IT