Hallo allerseits,
ich darf hiermit auf ein im Rahmen Khôras anlaufendes Projekt aufmerksam
machen, das mir ein besonderes Anliegen ist: Im Herbst startet der
Lesekreis *Philosophie der Psychoanalyse* in Kooperation mit der *Neuen
Wiener Gruppe/Lacan-Schule*, Sektion „Philosophie der Psychoanalyse“
(Leiter der Sektion: Markus E. Hodec (mehodec(a)gmail.com)).
Wir treffen uns *ab September 2026 1x monatlich*. Für genauere
organisatorische Belange findet *Ende Juni 2026* ein Organisationstreffen
statt.
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Zum Inhalt:
Philosophie und Psychoanalyse stehen in einem widersprüchlichen Verhältnis
zueinander. Unvereinbar und scheinbar unversöhnlich beziehen sie sich auf
das jeweils andere - und doch können sie nicht voneinander lassen. Seit
ihren Anfängen bezieht die Psychoanalyse Anleihen, Anknüpfungs- oder
Reibungspunkte aus der Philosophie, während diese seit Bestehen der
Psychoanalyse ihres Jahrtausende alten Skandals überführt wird, nicht
einlösen zu können, was sie letztlich beansprucht.
Die Psychoanalyse und die Philosophie sind ein ungleiches Paar. Bei
genauerem Hinsehen aber löst sich die Mutmaßung auf, sie hätten einander
nichts zu sagen. Es sind gerade deren Kontroversen und Kollisionen, die
Unmöglichkeiten und Unerreichbarkeiten, die beide aneinander und in sich
selbst gedeihen lassen. Und so ist es ausdrücklich jene Periode der
Theorieentwicklung zu Zeiten Jacques Lacans, die nicht davor
zurückgeschreckt, das Eine auf das Andere zu beziehen.
Dass diese Phase nomadischen Denkens nicht nur historische Relevanz hat,
sondern auch und gerade heute der Psychoanalyse wie auch der Philosophie
einiges zu sagen hat, ist die Grundüberzeugung unseres Lesekreises.
Von drei Fragen ausgehend kann sich dem Verhältnis vonPhilosophie und
Psychoanalyse angenähert werden:
1) Was hat die Philosophie der Psychoanalyse zu sagen?
2) Was hat die Psychoanalyse der Philosophie zu sagen?
3) Was ist ein eigenständiger Diskurs im Feld der Versöhnung von
Psychoanalyse und Philosophie?
Zu Beginn unseres Lesekreises werden wir uns der ersten Frage widmen. Es
geht dabei vor allen Dingen um die Lektüre von Sekundärquellen, die sich
der Auseinandersetzung mit den Anleihen des Lacanschen Denkens aus der
Philosophie widmen.
Unsere erste Lektüre ist Ragland-Sullivan, Ellie: *Jacques Lacan und die
Philosophie der Psychoanalyse* (Weinheim, Quadriga 1989).
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In Anbetracht der Tatsache, dass die Plätze des Lesekreises begrenzt sind,
sei an dieser Stelle angemerkt, dass Vorkenntnisse empfohlen und
regelmäßige engagierte Teilnahme ausdrücklich erwünscht ist. Zudem dürfen
sich Frauen und Queers an dieser Stelle ganz besonders eingeladen fühlen.
Ich freue mich über aufschlussreiche Anmeldungen an
khora.plattform(a)gmail.com!
Mit herzlichen Grüßen
Mia Kaven für die Organisator*innen