Am 21.12.2025 um 15:58 schrieb Rat Frag über PhilWeb
<philweb(a)lists.philo.at>at>:
Am Mo., 15. Dez. 2025 um 13:13 Uhr schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb
<philweb(a)lists.philo.at>at>:
"Die
Handlungen der Menschen sind die besten Interpreten ihrer Gedanken.“ Und: „Die
Beherrschung unserer Leidenschaften ist der wahre Fortschritt in der Freiheit.“
Dem halte ich entgegen, dass die Umstände uns häufig kaum eine Wahl lassen als zu
reagieren. Und der Versuch, alle Konflikte als Irrational, durch Gefühl her kommend, zu
fassen, greift doch zu kurz.
Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
Zuvor lebten
sie weitgehend friedlich.
Das klingt für mich so, als würden die Menschen grade in der Zeit, über die wir kaum
belastbare Aufzeichnungen haben, deiner Utopie gefolgt sein.
Die Spuren von Verletzungen durch Waffen lassen sich auch noch alten Knochen
identifizieren.
Wie wissen aus Beobachtungen an Ureinwohner in allen
Teilen der Welt, dass diese durchaus bewaffnet mit anderen Gruppen aneinandergeraten. Das
ist auch keine Überraschung, denn wir finden solches Verhalten auch bei anderen Lebewesen.
Konrad Lorenzens Anthropologie, derzufolge nur der Mensch zum Mord fähig ist, muss als
Irrtum betrachtet werden. Der theoretische Biologe Dawkins beschreibt im Buch "Das
egoistische Gen" sogar Konkurrenzverhalten zwischen Geschwistertiere (50% selbe DNA!)
im selben Nest. Einige schieben ihre ungeschlüpften oder geschlüpften Geschwister heraus,
um selbst mehr Nahrung zu kriegen.
Von tierischem Verhalten lässt sich nicht auf menschliches Handeln schließen.
Am Do., 20. Nov. 2025 um 08:08 Uhr schrieb Ingo
Tessmann über PhilWeb <philweb(a)lists.philo.at>at>:
Das „Nichts“
ist bloß wie so vieles Anderes ein Sprachartefakt. Dabei zeigt die Mathematik so schön,
wie nichts und alles ebenso wie unendlich dem Horizont gleich als nie erreichbarer
Grenzwert beliebig genau angenähert werden kann.
Kannst du das näher erklären? Identifizierst du das Nichts hier einfach mit der Null?
Ich beziehe mich allgemein auf endliche Grenzwerte unendlicher Reihen.
Am Mo., 8. Dez. 2025 um 17:17 Uhr schrieb Ingo
Tessmann über PhilWeb <philweb(a)lists.philo.at>at>:
Nietzsches
literarisches Philosophieren und Rilkes symbolistisches Dichten sagen mir eher zu als
dogmatische Metaphysik.
Läufst du nicht Gefahr, "Anti-Metaphysik" in genauso ein starres Korsett zu
verwandeln wie irgendein Dogma auch?
Literatur lässt dem Lesenden zwanglos viel Interpretationsspielraum, während die zumeist
dogmatisch daherkommende Metaphysik Genauigkeit nur vortäuscht.
Nur ist dein Dogma negativ. Du schließt eine bestimmte
Art und Weise, die Welt zu verstehen, aus. Nämlich die "metaphysische". Wie auch
immer die Welt sei, sie ist nicht "metaphysisch" zu verstehen. Doch, was
impliziert das eigentlich?
Mathematische Metaphysik schließe ich nicht aus, da sie nachvollziehbar ist.
IT