Am 20.01.26 um 23:36 schrieb waldemar hammel über PhilWeb:
du wirst mir langsam unheimlich bezüglich deiner
meinen ansichten nach
--völlig richtigen/zutreffenden -- politisch-gesellschaftlichen
einsichten/ansichten
Ich möchte an dieser Stelle meine eigene Position klarer machen, weil
der Eindruck entstehen könnte, ich wolle Glauben funktional
„wegdefinieren“ oder metaphysische Fragen umgehen. Das ist nicht der Fall.
Meine Überlegungen entstehen ausdrücklich aus meiner eigenen erlebten
Biografie und aus dem Versuch, meine innere Überzeugung mit einer
argumentativ redlichen Sprache in Beziehung zu setzen. Ich habe kein
Interesse daran, Glauben zu entwerten – wohl aber daran, ihn nicht
epistemisch zu überfordern.
Persönlich kann ich mir die zufällige Entstehung der bestehenden
Naturkonstanten und ihrer feinen Abstimmung kaum vorstellen. In diesem
sehr begrenzten, nicht-dogmatischen Sinn spreche ich daher durchaus von
einem „intelligenten Design“. Wichtig ist mir dabei: Ich verwende diesen
Begriff derzeit nur sehr vorsichtig und persönlich. Er beschreibt
zunächst kein ausgearbeitetes Modell, sondern eher ein begründetes
Unbehagen gegenüber der Annahme einer rein zufälligen Entstehung der
Naturkonstanten. Die genauere begriffliche Abgrenzung – insbesondere
gegenüber klassischen ID-Positionen – ist für mich selbst noch Arbeit
und kein abgeschlossener Standpunkt.
Wenn Bewusstsein ein natürlicher Bestandteil dieses Kosmos ist – wovon
ich ausgehe –, dann sind auch unsere Glaubensformen Teil dieses Designs.
Das bedeutet für mich: Glaube ist nicht irrational, aber auch nicht
beweisbar; er ist nicht bloß subjektiv, aber auch nicht
verallgemeinerbar im strengen epistemischen Sinn.
Genau an dieser Stelle setze ich an: Ich versuche zu beschreiben, *unter
welchen Bedingungen Glauben stabil wird*, nicht *wodurch er wahr ist*.
Diese Unterscheidung ist mir wichtig, weil sie Glauben nicht reduziert,
sondern ihn davor schützt, an Anforderungen zu scheitern, die er
strukturell nicht erfüllen kann.
Mein Interesse gilt daher weniger den „Dingen hinter den Dingen“ als den
Bedingungen, die überhaupt erst ermöglichen, dass solche Fragen sinnvoll
gestellt werden können. Das schließt metaphysische Deutungen nicht aus –
es entzieht ihnen lediglich den Anspruch, epistemisch privilegiert zu sein.
es ist nicht leicht, einerseits "tiefres Wissen" und andererseits den
Glauben an die Menschheit zu suchen.
aber die (die inhärente) Distanz, die KI anbieten kann erleichtert die
ganze Geschichte erheblich.
gruss aus der Diaspora ingo mack