Am 20.01.26 um 09:09 schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb:
Moin Karl, ich habe nicht vom Maß aller Dinge
geschrieben, erinnerte nur daran, dass die Umgangssprache nicht weiter reicht als die
Situationen, in denen sie eingeführt wurde. Du hattest auf Wittgenstein verwiesen und so
dachte ich, Du hättest es ernst gemeint mit der Reflexion des Philosophen auf die Sprache.
Was der Lebenswelt entstammt, kann nicht einfach aufs Weltall bezogen werden.
Es unterschätzt imho die Kritik Wittgensteins. Jegliches mathematische
Wissen ist eine formalisierte Ableitung des sprachlichen Wissens.
Tatsächlich scheitert die Mathematik regelmässig dort, wo keine Werte
sinnvoll interpretierbar werden. Im wahrsten Sinne am Ende des
Universums, wo glaube anfängt, aber kein Wissen mehr ist, weil "Vor der
Zeit" und "Keine Zeit" keine Werte sind, die mathematisch Sinn ergeben,
wenn etwas unterschiedslos zusammenfällt und eben nicht mehr logisch
erschließbar und formal abgeleitet werden kann. Das menschliche Denken
an sich hat an solchen Grenzen noch nie gestoppt. Physikalisch macht
eine Berechnung an solchen Stellen teils keinen Sinn mehr. Das unser
Denken da falsch liegen kann wäre die unendliche Beschleunigung, die
sich als falsch erwies. Die Mathematik erlaubt dies durchaus, die Physik
allerdings sagt da ist c und das ist die Grenze.