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Am 26.12.2025 um 22:41 schrieb waldemar hammel über
PhilWeb <philweb(a)lists.philo.at>at>:
* für mich heut nacht 24 uhr highlight: gott-sei-dank ist dann weihnachten zu ende!, aber
schon droht neujahr, erneut mit dem alle möglichen krankheiten anfressen und ansaufen, und
ausserdem ist speziell im rheinland von nov. bis febr. karneval, ebenfalls mit fressen,
saufen, huren bis zum abwinken, und kaum das vorbei, sind allenthalben kirmesse usw,
zuletzt schützenfeste usw = es ist ganzjährig im grunde nicht zum aushalten !!!, die leute
sind dauer-delirant und merkens selbst nicht mal.
Weihnachten, resp. das christliche Weihnachtsfest liegt in diesem Kulturkreis nun hinter
uns. Für viele Menschen dieser Gesellschaft lag es sehr beschwerlich vor ihnen - aus
unterschiedlichsten Gründen: Eine Pressenotiz der Berliner Zeitung (Bz) machte es
deutlich:
„Der Weihnachtsmann ist zu weiß. Das Christkind zu christlich. Die Krippe zu religiös. Der
Weihnachtsmarkt zu „exkludierend“. Was früher besinnliche Adventszeit war, ist heute eine
Kampfzone zwischen Weltverbesserern und Traditionalisten. Ein Fest, das eigentlich
Menschen zusammenbringen sollte, wird zum Zerrbild gesellschaftlicher Spaltung.“
Und auch der Übergang in ein Neues Jahr, in das verhängnisvolle 2026, liegt nun hinter
uns. Ein Übergang mit seinen teils ausufernden Feiern. Auch hier zeigte sich das „Zerrbild
gesellschaftlicher Spaltung“, alleine schon mit der traditionell stattfindenden
„Böllerei“, die immer noch von einem Teil der Bevölkerung in ausartenden Events betrieben
wird. Persönlich halte ich diesen Brauch, wie er ja weltweit in unterschiedlicher
Ausprägung aufrechthalten wird, für eine legitime Form, ein jeweils Neues Jahr zu
„begrüßen“, wenngleich ich ihn (in dieser Weise) selbst noch nie vollzogen habe.
Es ist immer wieder dieses unbedachte Ausufern von Feiern, wie zuletzt bei einer
Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana, das mindestens 40 Menschen ihr
Leben kostete. In einer Bar, wo Hunderte dichtgedrängt gebannt auf das Abbrennen von in
Champagnerflaschen gesteckten Sprühfontänen schauen und sich offenbar viel zu spät der
realen Brandgefahr bewusst wurden.
Die Realität des Seins spielt sich nach wie vor im konkreten Lebensumfeld und nicht im
virtuellen Raum von Cyberwelten ab. Das Feuer in benannter Bar ließ sich nicht durch
„Wegklicken“ auf dem Handyscreen löschen. Und auch ein KI-gesteuerter Brandmelder hätte
keine Abhilfe gebracht, zu sehr waren die Anwesenden in der Bar im Bann oder Rausch des
hemmungslosen Feierns verhaftet.
Nicht so der Löwenanteil unserer Gesellschaft, wo sich Menschen friedlich und fröhlich zu
diversen Feiern zum Jahreswechsel zusammengefunden haben, weitab jeglicher Gewalt,
Fresserei, Sauferei, Hurerei etc..
Im vergangenen Jahr war ich mit Familie ziemlich nah Deiner pfälzischen Heimat auf dem
sog. Wurstmarkt in Bad Dürkheim. Womöglich das größte Weinfest der Welt, verteilt auf zwei
Wochenenden. Hunderttausende strömen jährlich zu diesem Fest, um die typische Pfälzer
Lebensart mit köstlichen Weinen zu genießen. So gut wie keine Ausschreitungen, sicher
jedoch so mancher „Kater“ am Folgetag eines Zeltbesuchs. Wo ist das Problem, wenn sich
Menschen zu einem derartigen Fest treffen und für ein paar Stunden den bisweilen schnöden
und nicht selten problembehafteten Alltag vergessen können?
Der Mensch ist nicht zum Einsiedler geboren. Und gleiches gilt eben auch für Feste zum
Jahreswechsel, sofern sie nicht ausarten, wie immer wieder in Berlin. Dazu kann sich jeder
hier seine Gedanken machen oder halt einen KI-Chatbot befragen. Er wird hinreichend genaue
Angaben über Sachschäden, ggf. auch die Anzahl mehr oder weniger verletzter Personen
ausgeben, zusätzlich noch Angaben zur Motivation der Chaoten.
Ich persönlich brauche diese Angaben nicht, mit ist klar, dass dieses asoziale Verhalten
einzelner Gruppen Ausdruck von Halt- und Ziellosigkeit ist. Um dieses Phänomen zu
beobachten, muss ich nicht nach Berlin fahren oder mir die Bilder in div. Medien ansehen,
es lässt sich in weit abgeschwächter Form an vielen Gesichtern vornehmlich urbaner
Lebensräume ablesen. Als Christ definiere ich Halt- und Ziellosigkeit mit Gottlosigkeit.
Du wirst es womöglich erleben, wie diese Menschen wieder in die Kirchen strömen, falls
dieser allseits beschworene Krieg zwischen Ost- und Westhemisphäre ausbricht. Doch bleibe
ich dabei: die meisten Menschen dieser Welt sind guten Willens, wünschen sich Frieden und
Freiheit, ein kostbares Gut, das letztlich immer nur von wenigen, jedoch zumeist sehr
effizient mit Füssen getreten wird, zum Leid so vieler Menschen.
KJ