Am 17.03.2025 um 19:19 schrieb ingo_mack über PhilWeb:
hallo Waldemar,
diese "MetaPhysik in der Philosophie wird vermutlich
"ewig" weitergehen:).
hier ein Ansatz:
Wir beginnen mit der Betrachtung zweier gängiger Weisen, kritische
Metaphysik zu begreifen. Laut der ersten (und polemischen) Konzeption
analysiert kritische Metaphysik nichts anderes als die Form des Denkens
und verpasst damit den eigentlichen Punkt der Metaphysik, nämlich die
Form der Realität zu untersuchen. Laut der zweiten (und affirmativen)
Konzeption geht kritische Metaphysik von der angenommenen Einsicht aus,
dass die Form der Realität nicht anders sein kann als die Form des
Denkens, und es daher nicht notwendig ist, etwas anderes als diese Form
zu analysieren. Wir argumentieren, dass die erste Konzeption zu schwach
und die zweite zu stark ist. Anschließend skizzieren wir eine
alternative Konzeption der kritischen Metaphysik, die sowohl in Kants
B-Deduktion als auch in der Art und Weise zu finden ist, wie Barry
Stroud kürzlich die Möglichkeiten der Metaphysik untersucht hat. Laut
dieser Konzeption muss eine richtig verstandene kritische Metaphysik in
zwei Schritten vorgehen: Erstens muss sie die allgemeinste und
notwendige Form jeglichen Denkens untersuchen, das überhaupt auf eine
objektive Realität gerichtet ist; zweitens muss sie untersuchen, wie
diese Form des Denkens zu der Realität in Beziehung steht, die sie zu
repräsentieren beansprucht. Im Gegensatz zu Kant bleibt Stroud jedoch
skeptisch gegenüber der Möglichkeit eines zufriedenstellenden Übergangs
vom Denken zur Realität in der Metaphysik. Wir argumentieren, dass diese
Unzufriedenheit auf einer Vorstellung von Objektivität und Realität als
vollständiger Unabhängigkeit vom Geist zurückgeführt werden kann. Dann
skizzieren wir eine alternative Vorstellung von Objektivität und
Realität als Unterscheidbarkeit von Subjekten und Denkvorgängen und
argumentieren, dass es diese Vorstellung ist, die es Kant mit seinem
Transzendentalen Idealismus ermöglicht, den für jede zufriedenstellende
Metaphysik notwendigen Übergang zu vollziehen, nämlich den Übergang von
der Form des Denkens zur Realität.
(Quelle:
https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/dzph-2019-0006/html?lang=de
)
lieber ingo m,
danke danke für das obige exzerpt,
dessen inhalt bei mir offene türen einrennt,
denn mir ist klar, dass auch unsere vorstellung von "objektiv" und
"realtität" aus unserem fühlen+denken entsteht,
sodass der widerspruch zwischen subjektiv und objektiv lediglich in
unserem denken aufscheint, und selbst da als "spektral" gesehen werden muss,
es sich also um einen erdachten/zurecht-gedachten scheinwiderspruch
handelt =
das als objektiv-gedachte ist quasi nur eine vom subjektiven gedanklich
ein wenig weiter weggeschobene teil-fraktion des subjektiven
in diesem zusammenhang auch auf marin mersenne verweisen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Marin_Mersenne
ich bin halt radikaler-konstruktivist auf der grundlage des kritischen
rationalismus ...
(wobei der begriff "radikal" keineswegs gemeint ist, wie man ihn
gemeinhin versteht)
trotzdem, warum wird metaphysik nicht einfach in meta-philosophie
umbenannt?,
denn zb mich fragen immer wieder mal leute metaphysisches, das sie für
physikalische fragen halten,
was mir hanebüchen vorkommt, denn es gibt in dem sinne keine meta-PHYSIK
---
* eine ganz neue idee, aufgrund eines kurzvortrages von prof ziegler zu
den drei mathematiken:
https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/campus/mathematik-ziegler-g…
danach drei mathematik-formen:
- alltags-mathe (etwa an der supermarktkasse) - mathe als teil der
kultur : kulturmathe (zb goldener schnitt in der kunst) - technik-mathe,
ohne die die moderne unmöglich wäre
da frage ich mich:
propädeutik ma außen vor/ warum gibt es bis heute keine knallharte
philosophie-mathe, welche als logisch-einwandfreie grundlage die ganze
metaphysik ersetzen können würde ?
wh.
--
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