Am 20.01.2026 um 10:50 schrieb Dr. Dr. Thomas Fröhlich
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Man kann dieses Verbindende in Lagemetaphern als „hinter, unter, über, jenseits“
schwebend darstellen, oder man kann es mit Meister Eckhart als Scintilla „in“ dem
Jeweiligen glimmen und leuchten sehen.
Es ist ein selbst nicht greifbares, Zusammenhangs-stiftendes Vermögen.
Es bezieht sich auf das Vermögen der Etwasse, sich ansprechen zu lassen und über das
Angesprochen-Werden in einen Austausch / eine mögliche Verbindung / ein mögliches
Gemseinsam-Sein mit einem anderen Ansprechbaren zu treten.
Moin Thomas, ich habe wiederholt auf Gerhard Mack verwiesen, der in seiner „Sprache der
Gedanken" die „Disposition zu verbalem Verhalten" in Gegenwart eines
nichtverbalen Reizes als des Linguisten Observable ansieht. Wäre das „Änderungsvermögen
der Zustände" eine Invariante, könnte es sich um eine „semantische Energie"
handeln. Bei Mack ist das „Zusammenhangs-stiftende Vermögen“ damit semantisch so greifbar
wie physikalisch und er vereint beide mathematisch kategorientheoretisch in seiner
„Theorie des Lebendigen". In der Physik schafft eine Eichinvariante das
Wechselwirkungsfeld, das wiederum den Austauschstrom zwischen den Ladungen bewirkt. In der
Linguistik schafft entsprechend eine Eichinvariante das semantische Feild, das wiederum
die Kommunikation zwischen den Kommunikanten bewirkt. In der Lebenswelt überlappen sich
Linguistik und Physik, aber in die Weite des Weltalls wie in die Tiefe des Organismus
reicht nur die Physik, während die Linguistik auf das verbale Verhalten beschränkt bleibt.
IT