Am 07.11.2025 um 12:39 schrieb Rat Frag
<rat96frag(a)gmail.com>om>:
um nur kurz auf den Einwand einzugehen: Wenn wir z. B. eine Messung anstellen oder etwas
in Augenschein nehmen, dann kommen wir (abzüglich Fehler) zum selben Ergebnis. Dies ist
nicht überraschend. Wir sagen dann, dass sich das aus der Vernunft oder der Erkenntnis
ergibt.
Hi RF,
versuch mal ohne Metaphysik auszukommen und Worte wie Vernunft, Erkenntnis oder Ding zu
vermeiden. Etwas in Augenschein nehmen und eine Messung anstellen sind nicht vergleichbar.
Den Augenschein ermöglicht uns einfach der Sehsinn. Eine Messung dagegen erfordert
methodisches Vorgehen. Und die Übereinstimmung der Messung geht über den in Augenschein
genommenen Messwert hinaus, da er auch quantitativ übereinstimmen muss. Der Augenschein
ist sinnlich, die Messung methodisch und empirisch.
Wenn wir jetzt aber über richtiges Handeln nachdenken,
dann stehen wir vor dem Probem: Gibt es Dinge, die man durch Nachdenken und Erkenntnis als
„richtig" erfassen kann oder nicht? Im letzteren Fall wären Fakten wertneutral und es
wäre ausschließlich am handelnden Subjekt, wie es die Zukunft beeinflussen will.
Durch Messhandlungen können übereinstimmende Ergebnisse erzielt werden, wenn sie
methodisch korrekt ausgeführt werden. Durch bloßes Denken können weder Sinnesempfindungen
noch Messergebnisse erlangt werden. Denkend können nur Vermutungen oder Hypothesen darüber
angestellt werden. Mir ist allerdings immer noch nicht klar geworden, worauf Du eigentlich
hinaus willst. Dass es so etwas wie „reines Denken“ geben könnte?
IT