Hallo Waldemar, werte Anwesende, hallo Rest der Welt
vorab: ich habe zu dem verlinkten Video
https://www.youtube.com/watch?v=bY3ZMOn9mHQ
Zitat WH:
* ich würde ja sagen, 2+2=4 WEIL 4 weniger 17 13 ist, und zwar minus 13,
oder?
aber: die vier sprechen englisch ...
zitat Ende
das Transscript formal KI-übersetzen lassen, inhaltlich mir unbekannte
Fachbegriffe
als beiliegendes Glossar anfertigen lassen, den ca 1-stündigen Verlauf
der Diskussion
der Herren Peter Robinson, den Mathematikern David Berlinski, Sergiu
Klainerman und Stephen Meyer
dann simultan zur (gelesenen) übersetzung angesehen.
ich greife Deinen Einwand zur fehlenden Letztbegründung von Wissen sowie
Dein Beispiel mit der
möglichen Drift von Naturkonstanten (insbesondere c) auf, weil sich
daran meines Erachtens ein
grundlegender kategorialer Punkt klären lässt.
(1) Formale Rekonstruktion Deiner Position (so wie ich sie verstehe):
Wissen beansprucht Geltung.Geltung verlangt eine gültige Letztbegründung.
Empirische Größen (z. B. Naturkonstanten wie c) sind prinzipiell
raumzeitlich kontingent
und könnten auf kosmischen Skalen driften. Damit fehlt ihnen eine
endgültige Begründung.
Folglich ist „Wissen“ – zumindest im starken Sinn – Scheinwissen.
Diese Argumentationslinie ist in sich konsistent und stellt einen
ernstzunehmenden
epistemischen Skeptizismus dar.
(2) Der entscheidende Punkt: Die Forderung nach Letztbegründung: Genau
hier setzt jedoch das
klassische Münchhausen-Trilemma ein. Jede Begründungsforderung endet
notwendig in einer
der drei bekannten Optionen: infiniter Regress, Zirkularität, oder
unbegründete Setzungen (Axiome).
Deine Position entscheidet sich implizit für keine dieser Optionen –
sondern wertet sie alle
als unzureichend. Das ist legitim, führt aber zu einer Konsequenz, die
meist nicht explizit gemacht
wird:
Die Forderung nach Letztbegründung selbst kann nicht letztbegründet werden.
Damit wird sie zu genau jener Art von unbegründeter Voraussetzung, die
sie anderen
Erkenntnisformen abspricht.
(3) Der Selbstbezug des Skeptizismus
Der skeptische Satz „Ohne Letztbegründung kein Wissen“ ist selbst weder
empirisch begründet noch
logisch notwendig. Er ist eine normative epistemische Setzung.
Damit operiert der Skeptizismus mit Voraussetzungen, die er zugleich als
unzulässig erklärt –
ein klassisches Selbstanwendungsproblem.
(4) Zur Rolle von Mathematik (2+2=4)
Die im verlinkten Video diskutierte Aussage 2+2=4 ist keine Behauptung
über physikalische Konstanten,
Raumzeit oder Wechselwirkungsdichten. Sie ist eine relationale
Notwendigkeit innerhalb eines formalen
Systems. Ihr Geltungsgrund liegt nicht in einer kausalen Erklärung,
sondern darin, dass ihr Gegenteil
logisch unmöglich ist, sofern die verwendeten Begriffe gelten.
Damit gilt:
Eine mögliche Drift von c berührt den Status mathematischer Wahrheiten
nicht. Physikalische Skepsis
kann mathematische Notwendigkeit nicht unterminieren, ohne sie zugleich
vorauszusetzen.
(5) Konsequenz
Man kann – wie Du – zu dem Schluss kommen, dass es keine Letztbegründung
gibt.
Man kann aber nicht zugleich verlangen, dass Wissen nur mit
Letztbegründung legitim sei, ohne sich
selbst den Boden zu entziehen. Der eigentliche Dissens liegt daher nicht
bei 2+2=4, sondern bei der
Frage, ob „Letztbegründung“ eine sinnvolle oder überhaupt erfüllbare
Forderung an Erkenntnis ist.
Die Diskussion um 2+2=4 verfehlt ihr Ziel, wenn sie eine physikalische
Letztbegründung fordert.
Mathematische Wahrheiten sind nicht deshalb gültig, weil sie kausal
erklärt werden können,
sondern weil ihr Gegenteil logisch unmöglich ist.
Eine driftende Raumzeit oder variable Naturkonstanten berühren diese
Ebene nicht –
sie setzen sie voraus.
noch eine Bemerkung zu der "Qualia" des verlinkten videos
Zitat mit Zeitstempeln:
Mathematische Objekte existieren,
sind objektiv,aber nicht materiell.
47
00:35:51,000 --> 00:36:36,000
Eine Deutung: Mathematik existiert im Geist Gottes.
48
00:37:21,000 --> 00:40:30,000
Komplexe Zahlen waren lange abstrakt und wurden später zentral
für die Quantenmechanik.
49
00:43:16,000 --> 00:44:59,000
Zahlen sind wesentliche Eigenschaften der Dinge selbst.
50
00:45:06,000 --> 00:46:34,000Realität ist mehr
als das, was wir sinnlich wahrnehmen.
51
00:47:09,000 --> 00:47:51,000
Die Existenz der Mathematik ist selbst das große Rätsel.
52
00:49:41,000 --> 00:52:42,000 Schönheit dient als Wegweiser
zur Wahrheit.
53
00:53:54,000 --> 00:54:23,000Newton sah das Universum
als rational geordnet.
54
00:54:42,000 --> 00:56:20,000 Materialismus reicht nicht aus.
Ob Gott die beste Erklärung ist,bleibt offen.
Zitat ende..Mathematiker, die ihren Job "lieben" schon längere
"Arbeitszeit" darin verbracht haben und ganz ohne "formalisierte
Schnörkel"
öffentlich darüber reden. so what?
(Meta Daten Video: Hoover Institut,975.499 Aufrufe stand am 15.1.2026)
mit freundlichem Gruss aus der Diaspora
ingo mack
Am 29.01.26 um 22:21 schrieb waldemar hammel über PhilWeb:
https://www.youtube.com/watch?v=bY3ZMOn9mHQ
* ich würde ja sagen, 2+2=4 WEIL 4 weniger 17 13 ist, und zwar minus
13, oder?
aber: die vier sprechen englisch ...