Am 31.03.25 um 02:00 schrieb Karl Janssen über PhilWeb:
in Bezug auf einige Sätze des IT:
Sollte meine Selbstgewissheit hier als Arroganz,
Besserwisserei oder
Rechthaberei gesehen werden, kann man dem so begegnen, wie Du
es eben
vorgenommen hast: Hilfreiches Korrektiv und somit jederzeit willkommen.
Dann wäre daraus zu lernen, anders aufzutreten, und nicht, ein
"theoretisches" Korrektiv anzunehmen. Es könnte auch wie eine bittere
Medizin angesehen werden. Wie wäre es mit einem "zurück auf den Boden
der Tatsachen", das ein Handwerker so nennen würde. Mir hilft die von IT
so genannte metaphorische Sprache vielleicht immer nur vorläufig. Wozu
ist dazu der ständige Ohrwurmsatz des Wittgenstein überhaupt
erforderlich. Als Universalargument? "Was ich nicht verdauen kann, esse
ich nicht." Wenn er das so sagt, warum sollte ich das ständig
wiederholen und wiederholt bekommen? Als Moral umgemünzt: "Was man nicht
verdauen kann, soll man nicht essen." Kausal gesehen ist ein Vorgang
beschrieben, eine Kausalmasche wird dabei gedacht: Ich aß mal was, das
ich nicht verdauen konnte, also änderte sich etwas bei mir. Das
geschieht auch Mäusen. Sie lernen schnell, wenn ein Mittelchen zum Essen
zugefügt wird, und das die besagte Sache bewirkt. Und sie lernen nicht,
wenn ihnen das versuchsweise mit Elektroschocks beigebracht wird. Zurück
zum Bedenken der Kausalmasche. Nun ist eine andere Person entstanden,
nachdem sie das Unverdauliche kennen lernte. Und nun laufen alle anderen
daher, und sagen den bekannten Sollsatz. Bei mir stehen die Haare dann
zu Berge, ich würde gerne schreiben: "Entschuldigt mich alle." Ich
könnte auch schreiben: Wer etwas hört oder sieht, das er nicht
nachvollziehen kann, dem sollen die Haare zu Berge stehen. Genug des
Geschwafels? Oder: "Wer nur schwafeln kann, soll aufhören zu
schwafeln!"? Auch im "Dekalog" gibt es Sätze, die auf ähnliche Weise ein
Verhalten korrigieren wollen.
Dann schrieb KJ nach dem Satz des
IT: "Bei Dir scheint es mir metaphorisch und phantastisch nahezu
beliebig durcheinander zu gehen im literarischen Philosophieren. Und
wenn es an Nachvollziehbarkeit mangelt, versteigst Du Dich darauf, dass
es womöglich an mangelndem Talent oder Vermögen liege, Dir nicht folgen
zu können."
KJ: Wer behauptet denn sowas, es sei denn, ein Lesender meiner Beiträge
empfindet das so.
Ich, wer denn sonst. Genau das habe ich anders gefragt. Ich hätte es
auch anders fragen können, und das habe ich auch schon mal gefragt: Ein
Priester sagte, real (also eine Person, die lebte), das Gewissen sei die
Antenne zu Gott. Auf meine Frage, die ich KJ schon stellte, in vielen
Sätzen, ist immer noch unbeantwortet: Ist derjenige zu bedauern, dem
diese Antenne fehlt? Es geht ja nicht um den Gewissenlosen, der
wenigstens ins Gefängnis kommt, aber eine gewisse Analogie ist
erkennbar. An einem realen Ort, bei dem ein guter Geist von oben zu den
Anwesenden herab kommenden sollte, war eine Person, die sich traute, zu
sagen, dass der Geist nicht zu ihm kam. Der Arme. Der "conferencier" war
nicht böse, sagte, dass er eben noch nicht genügend mitgemacht hatte.
An einer anderen Stelle schrieb KJ auf "Sprache und Wissen usw.":
"Lediglich deren Grenzen aufzeigen, ist mein Ansinnen". An anderer
Stelle muss ich mir eine Leiter vorstellen, die er hochklettert. Könnte
es sein, dass er eine nicht angelehnte Leiter hochsteigt, herunterfällt,
sogar mitsamt der Leiter und seiner versuchten Transzendenz? Darf ich
ihm nicht Wittgensteins Leiersatz umgeformt vorhalten: "Wo man nicht
höher kommt, bleibt man stehen." Dann sage ich doch lieber als Mann von
der Straße den bekannten Satz: "Schuster bleib bei deinem Leisten." Kann
derjenige, der nicht höher kommt, andere belehren, wie sie das erkennen
können, was erst ganz oben, außerhalb der Leiter sichtbar ist? Kann er
ihnen sagen, dass dort, wo er nicht hin kam, etwas zu sehen ist? Es ist
ja nicht so wie beim Beispiel der von einem Exhibitionisten belästigten
Person, die die Polizei rief, der Polizist aber nichts sah, worauf hin
die Frau antwortete, er müsse auf den Stuhl steigen, um den Beweis zu
bekommen.
JH