Am 28.03.25 um 03:01 schrieb Karl Janssen über PhilWeb:
an Waldemar Hammel:
Gänzlich anders verhält es sich mit jenem
Themengebiet, dass die
messbare, abzählbare, somit empirische Lebenswelt
übersteigt. Menschen
wie Du, die keinen inneren Zugang zu dieser intelligiblen Sphäre haben,
können deren immer nur individuell wahrnehmbare Zeichenbedeutung
letzlich nur als hypersemiotisches System annehmen, da dieses aus pur
positivistischer Perspektive schlichtweg keine „Rechenschaft über sich
selbst“ erkennen lässt.
In der Wendung:
"jenem Themengebiet, dass die messbare, abzählbare, somit empirische
Lebenswelt übersteigt"
ist eine Erweiterung des "messbar, abzählbar" auf "empirische
Lebenswelt". Gemäß einiger oder aller (?) Mathematiker gehört "die
abzählbare Welt" gerade nicht zu der "empirischen Welt", eventuell sogar
zu einem Teil der von dir angesprochenen metaphysischen Welt. Was sagte
Aristoteles dazu?
Die Wendung:
"Menschen wie Du, die keinen inneren Zugang zu dieser intelligiblen
Sphäre..."
enthält implizit mindestens eine Vermutung, die der sie Aussagende
abweisen könnte, dass diese Menschen jedenfalls noch nicht an der Krone
der Schöpfung angelangt sind.
Die "intelligible Sphäre" (bei Schopenhauer vielleicht der Intellekt)
ist wiederum ein Wort (nicht Einzahl von Wörtern, sondern Einzahl von
Worten), die gerade "nur" das "Hochschulwissen" bearbeiten kann, und
nicht darüber hinaus die "geistige Sphäre", die vermutlich angesprochen
wurde.
Der nur subjektiv erkennbare Sinn dieses als
Transzendental zu wertenden
semiotischen Systems kann ausschließlich nur von
Menschen erfasst und
hinsichtlich seiner Bedeutung quasi als kosmisch „kulturelle Einheit“
empfunden werden, die sich damit in eine innere Beziehung bringen können.
Wieder einmal: "Schade um die anderen", die nicht in den Genuss dieser
Sache kommen können.
"keine „Rechenschaft über sich selbst“ erkennen lässt"
Ich verdränge eine Vermutung, hieraus eine moralische Abwertung zu lesen.
... geschieht das im Gebet, für andere in der
Meditation, für alle
weiteren bleibt es unerreichbar.
Ist die Sache nur in dieser Zeit erreichbar, dann kann der Anspruch
verfliegen, daran alle Stunden, Wochen usw. teilzunehmen. Und wieder die
implizite Bemerkung: "Schade um die anderen, die das nicht tun, tun
wollen oder können." So kann schließlich auch vom "Sport" gesagt
werden: " ... geschieht durch die sportliche Beschäftigung, die anderen
werden kaum zu Superagern." Insgesamt entsteht die Frage, ob die
Beschäftigung mit der speziellen Sache sich auf die andere Zeit
auswirkt. Kann nicht auch gesagt werden, dass dieses implizite Denken,
gemäß dem "die anderen" noch nicht ... angelangt sind, zu vielen
Streitereien führt, die ohne dieses Denken nicht möglich wären?
JH