Am 31.12.2025 um 08:08 schrieb Ingo Tessmann über
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Paläontologisch können Biss- von Waffenmalen an Knochen unterscheiden. In der
Altsteinzeit überwogen Raubtierkontakte und Unfälle, erst in der Jungsteinzeit wurde die
zwischenmenschliche Waffengewalt dominant. ...
Korrektur und Ergänzung: Paläontologisch können Biss- von Waffenmalen an Knochen
unterschieden werden … und in der Altsteinzeit existieren Gewaltspuren, sollen aber selten
und meist Einzelfunde sein, so dass sich keine eindeutig massenhaft organisierte
Kriegsführung nachweisen lässt. Dabei führte der Klimawandel schon in der Übergangszeit zu
Auseinandersetzungen: "New insights on interpersonal violence in the Late Pleistocene
based on the Nile valley cemetery of Jebel Sahaba“:
https://www.nature.com/articles/s41598-021-89386-y
Aus der Jungsteinzeit datieren zahlreiche Massengräber, die auf organisierte bewaffnete
Konflikte schließen lassen: "Early Massacres: Mass Violence in Neolithic Europe“:
https://www.cambridge.org/core/books/abs/cambridge-world-history-of-violenc…
Wenn es im
Kongo schon kämpfe zwischen Gruppen von Schimpansen gab, dann liegt der Verdacht nahe,
dass die Urmenschen sich vergleichbar
verhalten haben werden. Es wäre jedenfalls die größere Überraschung, wenn sie abweichen
würden.
Du setzt offenbar voraus, was es zu belegen gilt. Menschen stammen nicht nur von den
Schimpansen, sondern auch von den Bonobos ab, zudem hat sich ihr Erbgut weiter entwickelt.
Ganz zu schweigen von der Hirn- und Kulturentwicklung der Menschen.
Dazu ergänzend der Hinweis aus meiner Mail vom 19. Dezember: Die Simulation natürlichen
Sozialverhaltens zeigt, dass Personen in Teams stabile kooperative, gemischte oder
wettbewerbsorientierte Rollen ausbilden – und dass diese Muster aus dem Zusammenspiel
sozialer Motive, Bewegungsdynamik und früherer Erfahrungen entstehen: "Continuous
dynamics of cooperation and competition in social decision-making“:
https://www.nature.com/articles/s44271-025-00348-w
IT