Am 20.12.2025 um 16:35 schrieb Dr. Dr. Thomas Fröhlich
über PhilWeb <philweb(a)lists.philo.at>at>:
Ich denke tatsächlich, dass die Formalisierung von Kopplung und Kohärenz auf die
Interaktionen sowohl im Leiblichen als auch im Gedanklichen anzuwenden sind.
So viel ich mich erinnere, nutzt aber z. B. Karl Friston für sein free energy principle
diesen Formalismus nicht.
Für ein Lehrgedicht fehlt mir die Fähigkeit, wobei es mit Hilfe von KI ja gut zu gelingen
scheint - vielleicht...
Ja, die KI eignet sich gut für Begriffsgymnastik und Fabuliererei. Das zeigt ja IM mit
seiner Behandlung eines Hörsaalexperiments, wobei es physikalisch schlicht darum geht,
eine Pendelbewegung mit dem Energiesatz zu versehen. Das faszinierte mich schon in der
Schule an der Physik, was alles aus dem Energiesatz gefolgert werden kann. Später an der
Uni kamen dann die Wirkungsextremale gemäß Variationsintegralen hinzu. Und ähnlich geht ja
auch Friston nach seinem „free energy principle“ vor, wenn er Innen- und Außenwelt via
Sensorik und Motorik im Kreisprozess zusammenbringt. Wesentlich dabei ist allerdings
Mathematik und keine Begriffsgymnastik. Prinziptheorien sind selten, Konstruktivtheorien
dagegen nahezu beliebig. Umso wichtiger ist es, dass methodisch vorgegangen wird.
Interessant ist die Arbeit „Kuramoto model based analysis reveals oxytocine effects on
brain network dynamics“, deren "results together indicate that oxytocin may increase
the ability to overcome the corresponding internal oscillation dispersion and support the
flexibility in neural synchrony in various social contexts, providing new evidence for
explaining the oxytocin modulated social behaviors.“ Die Neurochemischen Kopplungen
spielen ja im Hirnstoffwechsel eine herausragende Rolle. Im Gegensatz zum „free energy
principle“ fehlt bei angepassten Kuramoto Modellen allerdings ein übergeordnetes Prinzip.
Das macht ihre Anwendung eher bottom up konstruktiv denn top down prinzipiengeleitet.
IT