Am 01.02.2026 um 11:39 schrieb Rat Frag
<rat96frag(a)gmail.com>om>:
Am Mo., 5. Jan. 2026 um 17:17 Uhr schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb
<philweb(a)lists.philo.at <mailto:philweb@lists.philo.at>>:
De Waal verwendet ja ein eingeschränktes
Kulturverständnis. Und das missfällt mir ebenso wie Dein eingeschränktes
Rationalitätsverständnis. Steckt da nicht eine biologistische Ideologie dahinter?
Was ist denn bitteschön die Ideologie: Von den biologischen Grundlagen des Menschseins
auszugehen und auf dieser Basis dann weiterzudenken oder sie zu leugnen?
Von der biologischen Grundlage geht der Naturalismus aus, der Kulturalismus dagegen von
handelnden Menschen. Und insofern die Biologie menschengemacht ist, wäre es biologistisch,
mit dem zu beginnen, was erst durch Biologie erforscht werden kann.
Wo ist auch die logische Konsistenz, wenn man
gleichzeitig die Herkunft des Menschen aus der Evolution behauptet und jede Konsequenz
daraus leugnet?
Mir ist kein Kulturalist bekannt, der die Herkunft des Menschen aus der Evolution leugnet
— und die Konsequenz daraus ist die konsistente These, dass der Mensch von Natur aus
Kulturwesen sei. Wissenschaft hat ein normatives Fundament.
IT