Am 30.12.2025 um 12:50 schrieb Rat Frag
<rat96frag(a)gmail.com>om>:
Am Mo., 29. Dez. 2025 um 08:08 Uhr schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb
<philweb(a)lists.philo.at>at>:
Ja, in der
Jung-, aber nicht schon in der Altsteinzeit vor dem Ende der Wildbeuterei und dem Beginn
des Bauerntums. Das war doch meine
These, dass Kriege erst im Zuge der neolithischen Revolution und der Einführung des
Privateigentums geführt wurden.
Halte ich zumindest mal für fraglich, die Aussage.
Paläontologisch können Biss- von Waffenmalen an Knochen unterscheiden. In der Altsteinzeit
überwogen Raubtierkontakte und Unfälle, erst in der Jungsteinzeit wurde die
zwischenmenschliche Waffengewalt dominant. Und die sogenannten antiken Hochkulturen waren
dann Krieger- und Sklavenhalter-Gesellschaften. Und worum wohl wurden seitdem zumeist (und
werden bis heute) Kriege geführt?
Wenn es im Kongo schon kämpfe zwischen Gruppen von
Schimpansen gab, dann liegt der Verdacht nahe, dass die Urmenschen sich vergleichbar
verhalten haben werden. Es wäre jedenfalls die größere Überraschung, wenn sie abweichen
würden.
Du setzt offenbar voraus, was es zu belegen gilt. Menschen stammen nicht nur von den
Schimpansen, sondern auch von den Bonobos ab, zudem hat sich ihr Erbgut weiter entwickelt.
Ganz zu schweigen von der Hirn- und Kulturentwicklung der Menschen.
Weil Tiere
nicht (zweckrational) Handeln, sondern sich bloß (instinktiv) Verhalten können.
Menschliches Verhalten wird zumeist von rationalem Handeln überlagert, kontrolliert,
abgewandelt …
Aha, okay. Aber schafft die sog. "evolutionäre Spieltheorie" nicht einen
Übergang, indem die Rationalität indirekt durch erfolgreiches oder weniger erfolgreiches
Verhalten eingeführt wird?
Rupert Riedl unterscheidet in seiner Lernschichten-Hierarchie ratiomorph von rational. Und
die "evolutionäre Spieltheorie“ ist rational, nicht aber die Tierpopulationen, deren
Dynamik mit ihr simuliert wird. Du vermengst System- und Verhaltensebene. Biologen drücken
sich zumeist leider anthropomorph aus, wenn sie über Tiere schreiben. D.h. aber nicht,
dass Tiere wie Menschen handeln können.
IT