Am 08.03.2026 um 11:47 schrieb Rat Frag
<rat96frag(a)gmail.com>om>:
Am So., 1. Feb. 2026 um 14:14 Uhr schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb
<philweb(a)lists.philo.at>at>:
Von der
biologischen Grundlage geht der Naturalismus aus, der Kulturalismus dagegen von handelnden
Menschen. Und insofern die Biologie menschengemacht ist, wäre es biologistisch, mit dem zu
beginnen, was erst durch Biologie erforscht werden kann.
Natürlich ist es unwiderlegbar wahr, dass unsere Theorie über das Leben falsch sein
können und das man daher zur Vorsicht gemahnt ist, wenn man diese Theorien zur Grundlage
einer politischen Ideologie oder Philosophie machen will.
Das sind starke Worte. Nehmen wir die formal aus der Evolutionstheorie und durch
zahlreiche Experimente mit Bioreaktoren bestätigten Folgerungen aus den
Repliklatorgleichungen als Beispiel-Hypothesen. Wie sollten die bei korrekt ausgeführten
Ableitungen und Experimenten widerlegt werden können? Die Evolutionstheorie kann nicht
falsch sein; sie ist aber unvollständig.
Das Problem ist jedoch, das selbe Problem stellt sich
auch z. B. mit DNA-Analysen zur Feststellung der Vaterschaft oder zum Finden eines
Mörders. Es könnte theoretisch sein, dass unsere Naturwissenscahften sich täuschen. Das
selbe gilt übrigens schon für Fingerabdrücke! Es kann sich natürlich im Jahre 3026
herausstellen, dass z. B. die Methode der Fingerabdrücke oder der DNA-Analysen falsch ist.
In diesem Fall wären alle Gerichtsurteile, die ihre faktische Feststellung auf DNA-Proben
usw. aufbauen, zumindest sehr zweifelhaft.
Es hat verunreinigte DNA-Analysen und nachgemachte Fingerabdrücke gegeben. Aber dass
Untersuchungsmethoden fehlerhaft sind, heißt nicht, dass Naturwissenschaften täuschen.
Ich denke aber, hier unterscheidet sich der
Rationalist vom Skeptiker.
Und zwischen beiden vermittelt der Kritiker?
IT