Lieber Thomas,
wenn ich 2,1 Mikrometer gemessen hätte, käme ich nicht auf den Gedanken,
dieser Länge eine „Blüte“ zu verleihen. Die 7 Femtosekunden sind für
mich ein ebenso nüchterner Fakt, wie wenn ich mich in einen Zug setze.
Selbst wenn ich dort ganz ruhig rumsitze, weiß ich als Bestandteil des
Systems Erde, dass ich mich die ganze Zeit bewege. Das weiß ich durch
die Physik, aber ich „fühle“ oder „spüre“ es nicht – und es spielt für
die Fahrt im Zug auch keine Rolle.
In dem Experiment werden Verhältnisse bestimmt. Niemand käme auf den
Gedanken, bei einem 100-Meter-Weltrekord unter 10 Sekunden zu sagen,
dass der Läufer sich in der Raumzeit organisch entfaltet hätte oder wir
die Erdrotation berücksichtigen müssten. Das spielt für die Messung des
Laufes keine Rolle, denn der Vergleichsmaßstab ist für alle Läufer auf
100 Meter gleich.
Das Unwichtige wird in der Physik einfach weggelassen, um die
Verhältnisse klar zu bekommen. Da blüht nichts – da wird präzise verglichen.
Viele Grüße,
Arnold
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https://arnold-schiller.de/
Am 03.03.26 um 11:33 schrieb "Dr. Dr. Thomas Fröhlich" über PhilWeb:
„..die mit der ... Messung den Zustand … herstellen“
„...zweite Messung eine Bestätigung einer Stabilität“...
Hierzu: taugt folgende Aussage etwas? (Seid bitte gnädig mit meiner Sprache, das ist halt
die, in der ich denke…).
Messen (darunter auch das Messen einer Verschränkung) ist ja kein Rauschen, sondern ein
auf vielen Ebenen in sich zusammenhängender Vorgang mit deutender Fähigkeit / Kompetenz.
In unserem Zugang wäre er ein Prozessfragment, das mit einem weiteren, dem gemessenen
Prozessfragment – sich wechselseitig deutend, auf kohärente und damit Kohärenz-erzeugende
Weise interagiert.
Die Interaktion zweier oder mehrerer sich wechselseitig „einvernehmender,
inkorporierender“ Prozessfragment-Kohärenzen erzeugt dann ein in sich kohärierendes, sich
überlagerndes, gemeinsam schwingendes sinngemäßes „Innen“, das in jedem Fall zeitlich, und
nur in besonderen Fällen auch räumlich ist.
Dieses auf jeden Fall zeitliche, gegebenenfalls auch räumliche „Innen“ ist ein zeitweilig
gemeinsames Pulsieren, dessen beitragende Prozessfragmente in dieser Binnenhomogenität
nicht mehr getrennt voneinander, sondern eben in aktivem Zusammentun vorliegen.
Das gedanklich ungewöhnliche und bestreitbare, fragwürdige an unserem Zugang ist, dass
wir voraussetzen, dass das zu Messende ohne Absicht, aber aus sich heraus, ihm immanent
einen messbaren Aspekt anbietet und dessen Gemessen-Werden in das dann nicht mehr ganz
eigene Vorgehen einbaut. Ebenso baut der Messende das am Gegenüber Gemessene (dessen dem
Messen absichtslos sich anbietender Aspekt) in sein – dann nicht mehr ganz eigenes -
Vorgehen ein.
Das Schaffen eines – in jedem Fall zeitlichen „Innen“ aus wechselseitigem Einbau
messender und gemessener Aspekte in das künftige eigene Geschehen schafft dessen
Aspekt-Zeit als Zeitraum. Dieser wird nicht automatisch und unbedingt verlängert. Er hat
stattdessen eine Begrenzung als Iterations-erzeugte oder Iterations-gestützte Dauer. Der
Zeitraum öffnet sich also als kohärente Interaktion, und er schließt sich wieder mit deren
Ende.
Das Kohärent-Sein und das stets aufs Neue Kohärent-Werden entströmen dabei (gedanklich
unterstellten, alle Zeitformen aufhebenden) Beständigkeiten, die wir Potenziale nennen.
Durch hinreichenden Horizont ihrer Gleichzeitigkeit grundsätzlich assoziationsfähige
Potenziale erzeugen die Prozessfragmente. Mit ihnen kann eine Resonanz beginnen. Deren
gemeinschaftliche, sich aufeinander abstimmende und deshalb in sich stimmige
Verwirklichung erzeugt dann besagtes „Innen“.