Am 01.02.2026 um 12:15 schrieb Rat Frag über PhilWeb
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Am Do., 22. Jan. 2026 um 20:02 Uhr schrieb tessmann--- über PhilWeb
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Ja, wann und
warum hat es wesentliche Fehlentwicklungen gegeben in der Menschheitsgeschichte?
Wir stellen also fest, dass eigentlich skandalöse Zustande mit der Idee des Fortschritts
gerechtfertigt werden kann, sofern er im Ergebnis zu einem besseren Zustand führt.
Fortschritt ist damit hochgradig normativ. Doch wie stellt der Anhänger der
Fortschrittsidee fest, welche Entwicklung eigentlich "progressiv" und welche
"regressiv" sind?
Ich hatte ja noch u.a. ergänzt: "Die erste wesentliche Fehlentwicklung sehe ich im
Übergang vom Wildbeuter- zum Bauerntum. Denn warum wandelten sich die egalitären
Wildbeuter zu autoritären Bauern in ihren Dörfern, die Böden zu Eigentum machten, Frauen
zur Treue nötigten, Erbfolgen auf die Söhne beschränkten und das Hausrecht für sich
beanspruchten?“
Mir geht es also um Gerechtigkeit, die natürlich normativ ist; wie der soziale
Fortschritt, den ich mit mehr Gerechtigkeit verbinde. Schon Babys reagieren irritiert auf
Ungleichbehandlung und Kleinkinder fühlen sich leicht benachteiligt. Gleichbehandlungen
wirken dem entgegen — bis hin zum sozialen Frieden zwischen den Geschlechtern und Klassen,
Ethnien und Religionen. Die Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen, Reichen und
Armen, Herren und Knechten begannen mit dem Übergang vom Wildbeuter- zum Bauerntum — und
bestehen global mehrheitlich bis heute fort. Ob ethnische Konflikte bereits zwischen homo
sapiens und homo neandertaliensis begannen, ist noch strittig. Religiöse Konflikte werden
erst nach ihrer Ausbildung zu Herrschaftsformen entstanden sein, insbesondere durch die
Entwicklung des Monotheismus aus dem Autoritarismus.
Dem Autoritarismus und Monotheismus voran ging der Schamanismus, aus dem letztlich
Heilkunst, Philosophie, Naturwissenschaft und Religion entwickelt worden sind. Der
mongolische Tuwa-Schamane Galsan Tschinag wird in „Goethe – ein Schamane?“ zitiert mit:
„Es ist die Naturgewalt, die aus dem Schamanen spricht. Der Schamane ist der wahnsinnige,
ambitionierte Mensch, der versucht, das Unergründliche zu ergründen. Schamanen sind ein
bisschen geisteskrank, sie sind schizophren. Und diese Schizophrenie wird bewusst
gepflegt.“ Und der "Project 25“-Mitstreiter Russel Vought hebt gemäß „Gottes Reich
und Voughts Beitrag“ in der TAZ hervor: „Das Land ist schon lange zu weltlich geworden,
man muss die Nation wieder unter Gott einen.“ Und dafür sei niemand besser geeignet als
Donald Trump. „Er ist ein Geschenk des Herrn.“ Heilkunst, Philosophie und
Naturwissenschaft sind vielfältig weiter entwickelt worden, in Schamanismus und Religion
werden nach wie vor Wahnvorstellungen gepflegt. Können die gerecht sein?
IT