auch das vermeintlich tiefste wissen ist und bleibt scheinwissen, und
zwar aus folgendem grund:
es gibt, nach bisheriger auffassung, vier physikalische grundkräfte, die
starke und schwache ww, die ektromagnetische ww (seit maxwells
zusammenfassung von elektro und magnet), die gravitative ww, von diesen
vier empfangen unsere biologisch eingebauten sensoren aus der umwelt und
dem eigenen körper die gravitative ww und insbesondere die elmag-ww, die
über 90% dessen ausmacht, was wir mit unseren sensoren als SIGNALE
empfangen, bereits dadurch, dass die an und für sich
bedeutungslosen/semantikenfreien SIGNALE in unseren sensoren aufgefangen
werden, werden sie zu bedeutungen-tragenden semantiken für uns, welche
nachfolgend nervlich/hirnlich zuerst emotional als unserem untersten
layer, und danach "rational" auf den basen des sprechens und denkens
weiter semantisch aufinterpretiert werden (zb "aha, dort steht ein baum"
mit "baum" als platzhalterbegriff für die eigenschaften =semantiken,
welche ich dem begriff "baum" zuordne), so kommt es zur -für uns-
semantizität der gesamten welt, die für uns lediglich semantisch
erfahrbar ist, und wir haben somit enormes wissen über die von uns
selbst erzeugten und aufinterpretierten semantiken, aber letztlich
keinerlei wissen über die hardware = die syntaxen, die SIGNALE der welt
= wir spielen lebenslang mit semantischen glasmurmeln, ohne der wahrheit
der wirklichen welt, den syntaxen der welt, auch nur einen schritt
näherzukommen, und gefallen uns darin überaus = dies bezeichne ich, weil
von uns allermeist nicht einmal bemerkt, als scheinwissen oder
"lediglich semantisches wissen"
indes, nehmen wir einmal -nur aus spass um gedanklich zu
experimentieren- an, die semantiken-freien SIGNALE wären selbst schon
semantiken-cluster, wobei diese semantiken dann durch die ww-selbst
erzeugt würden, so hätte dies sehr weitreichende implikationen, ua wäre
dann "der semantisch/syntaktische gap" zwischen uns und welt beseitigt,
was biologisch/evolutionär einigen sinn ergäbe
* für mich waren in jener von dir genannten (nun schon fernen) zeit "der
69ger" zwei schriften prägend, beide von h.hesse: glasperlenspiel und
besonders siddharta ("om mani padme hum" = buddhismus in der
original-lesart gautama buddhas, und nicht, was die leute nach ihm
daraus gemacht haben, steppenwolf, ich bis heute nie gelesen, war ein
leib- und magen-gericht für meinen bruder wolfgang, der ua genau auch
daran mit 52 tödlich scheiterte, meine eigenen wolfserfahrungen mit
echten ca 30 wölfen bekam ich, als ich diese wölfe mit einem damals
schon alten, pennerartig herumlaufenden wolfner an der kasselburg bei
gerolstein/eifel ca zwei jahre lang mitbetreute ("wer menschen kennt,
wirklich kennt, der liebt wölfe" sein spruch, und recht hatte der mann,
weshalb ich bis heute nicht im "menschenschenschutz", sondern im
wölfeschutz aktiv bin)
wh.
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Am 19.01.2026 um 03:09 schrieb Karl Janssen:
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Am 18.01.2026 um 01:58 schrieb waldemar hammel
über PhilWeb
<philweb(a)lists.philo.at>at>:
-
tiefres wissen? das ich nicht lache, es gibt kein "tiefres wissen",
nur tiefres und immer tieferes scheinwissen, denn das glasperlenspiel
ist wirklich nur ein glasperlenspiel ist wirklich nur ein
glasperlenspiel ist wirklich nur glasperlenspiel,
das wir alle seit mindestens 10.000 jahren spielen ...
schon einmal bewusst aufgefallen?
die semantizität der sprachen des schreibens, des sprechens, des
denkens steht in direkter korrespondenz mit der von uns erlebten
semantizität der welt, die uns umgibt,
an der wir als "puppets on strings" fest und unabänderlich aufgehängt
sind,
immer und ewig nur eigenschaften = semantiken, selbst alle begriffe
sind nur platzhalter/zusammenfassungen von eigenschaftensummen der
sprachökonomie wegen ...
Glasperlenspiel: So will ich mich nun an Hesse erinnern, etwa seinen
„Steppenwolf“, das Buch der 60er-Jahre schlechthin, wo ich - wie
viele junge Menschen in diesen Jahren des Aufbruchs - mich aus den
gesellschaftlichen Normen von Konformismus und Scheinmoral, aus
diesem „man macht das so“ (Heidegger) lösen wollte. Allerdings nicht
in Art der aufkommenden Studentenrevolte: ASTA-Typen stürmten die
Hörsäle, protestierten gegen kapitalistische Ausbeuterei, angestiftet
durch die sog. Neue Linke, den Neomarxisten, die uns die Emanzipation
aller Menschen von kapitalistischer Ausbeutung versprachen und auch
die Befreiung von Unterdrückung durch das herrschende politische
Establishment und dementsprechender Entrechtung.
In den naturwissenschaftlichen Fakultäten kamen sie glücklicherweise
nicht so gut an (ansonsten ich mein Diplom wohl nie erwerben hätte),
anders in den SoWi-Bereichen, wo sie mit ihren Thesen fruchtbarem
Boden sähten. Der Neomarxismus der Frankfurter Schule
(Horkheimer/Adornos „Dialektik der Aufklärung“) mit dem Leitmotiv
dieser Neuen Linken, sich von den herkömmlichen Politikkonzepten der
Sozialdemokratie und des Realsozialismus mit Gewalt zu lösen.
Aufklärung also, doch mit welchem Wissen sollte diese erfolgen, resp.
überhaupt möglich sein. Allenfalls Oswald Kolles Wissensschatz, den er
mit populär-sexuellen Aufklärungsfilmchen verbreitete, tieferes Wissen
über Sexualpraktiken, das heutzutage nur noch mildes Schmunzeln auf
den ausgezehrten Gesichtern dieser rastlosen Tänzer um immer neue
gold‘ne Kälber auslöst.
Eigentlich wollte ich hier nie in den misanthropischen Duktus von
Waldemar verfallen, bzw. mich nicht davon anstecken lassen. Und schon
gar nicht seine Meinung teilen, es gäbe kein tieferes Wissen.
Was also ist Wissen überhaupt? Es ist die individuelle oder kollektive
Kenntnis von faktenbasierten Sachverhalten und realen
Gegenständlichkeiten. Die Gültigkeit von Wissen hängt vom darauf
bezogenen Grad der Gewissheit, resp. Wahrheit ab. Mit einem geringen
Grad an Gewissheit geht Spekulation, resp. Mutmaßung einher.
Gesichertes Wissen ist ausschließlich durch hinreichend kollektive
Objektivierung bestätigt. Für alles andere Wissen, sei es
oberflächlich, tiefergehend oder vorgeblich gilt Wittgensteins
Postulat, wie im „Tractatus logico-philosophicus“ verdichtet: Sprache
in üblicher Form (umgangssprachlich) kann die Komplexität der
Lebenswelt nur unvollkommen und damit deren wahre Wirklichkeit nicht
zum Ausdruck bringen. Hierzu weitaus mehr geeignet ist die Metaphorik.
Soweit zur Sprache als regelbasierte Vermittlerin von gesichertem
Wissen. Für alles spekulative Wissen bis hin zum Pseudo-Wissen sollte
Wittgensteins Postulat gelten: Nur was sichgrundsätzlich sprachlich
ausdrücken lässt, kann klar gesagt werden, wovon, bzw. worüber man
nichts sagen kann, darüber muss man schweigen. So bedeuten die Grenzen
der (meiner) der Sprache die Grenzen der (meiner) Welt. (Zitat sinngemäß).
Was heißt das nun in Bezug auf Waldemars „ Es gibt kein tieferes
Wissen - es gibt nur Scheinwissen“? Ziemlich einfache Antwort:
Waldemar hat kein tieferes Wissen, resp. tiefergehendes Wissen, das
seinen Denk-Horizont über ein pur positivistisches Weltbild
hinausgehend zu erfassen, bzw. zu repräsentieren vermag. Viele seiner
Zeitgenossen haben jedoch dieses Vermögen und zeigen damit, dass es
ein tieferes Wissen jenseits einer aus „Hammelkörnchen“ konstituierten
Lebenswelt gibt: „Meta ta physica“. Dieses metaphysische Wissen speist
sich aus individueller Erfahrung, die sich im Allgemeinen kaum
institutionell kollektivieren lässt, paradoxerweise jedoch im
Kollektiv zu hinreichend gesicherter Gewissheit werden kann.
Denken verhilft zu Wissen, nachdenken zu tieferem Wissen.
KJ
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