Am 04.03.26 um 08:45 schrieb "Dr. Dr. Thomas Fröhlich" über PhilWeb:
Eine Strecke hat natürlich kein Volumen
Nur wenn
ich es rein mathematisch abstrahiere, dann würde ich das auch
so sehen. Realweltlich ist ein gemessener Hundertmeterlauf voluminös. Es
gab mal den Vergleich mit einem zweidimensionalen Blattwesen, welches
natürlich wie alles hinkt. Aber in dem uns bekannten Gesamtraum sind wir
sehr beschränkt und es wird dann sehr schnell esoterisch und mystisch,
wenn man beginnt sich ein vierdimensionales Wesen vorzustellen, das sich
gleichzeitig überall im vierdimensionalen Raum aufhält, wie wir
gleichzeitig im dreidimensionalen Raum existieren. Schon ein Standpunkt
ist in der Hinsicht eindimensional. Ich bin mir der Eindimensionalität
meines Denkens diesbezüglich bewusst. Mein Standpunkt ist zwingend
falsch, aber nicht weniger falsch als jeder menschliche Standpunkt. Die
2,1 Mikrometer waren ja nichts anderes als die Umrechnung der 7
Femtosekunden. Und wenn ich "falsch" sage, dann meine ich es letztlich
ja nicht so. Jeder Buchstabe ist ein Buchstabe und als solches Ausdruck.
All unsere Wahrheiten sind nicht beliebig und nicht falsch in dem Sinne,
dass jede unserer Aussagen bestreitbar wären.
Für mich ist da nichts "natürlich" und vielleicht ist es das was Popper
mit Falsifikation bezeichnet. Aber ich halte auch Popper für falsch,
denn in dem Wachsen der Erkenntnis zerlegt sich da nichts. Tatsächlich
halte ich die Physik für simpel, weil sie sich nicht damit beschäftigen
muss, wie kommt die Physik dazu. Die Physik lebt davon, dass es bereits
erfasst und definiert ist. Wittgenstein würde wohl den Schürhaken gegen
solcherlei Schwurbeleien auspacken. Auf der anderen Seite hat auch er
eingesehen, dass nur Logik uns im Welterkennen auch nicht hilft.
Möglicherweise ist es für uns unmöglich hinter einen Ereignishorizont zu
blicken, aber selbst das mit "unmöglich" ist so eine Sache, denn die
Menschheit ist ja auch nicht am Ende der Welt von der Scheibe gefallen.
Ja wir wissen nicht mal ob der Beginn des Universums, der Beginn des
Universums war. Aber Lesch meinte mal so schön, dass Zeit an der Stelle
kein Begriff mehr ist, der Sinn ergibt.
So zu Ende geschwurbelt,
Liebe Grüße
Arnold