Am So., 8. März 2026 um 17:17 Uhr schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb <
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Auch wenn Naturphänomene kultürlich als Spiel
aufgefasst und Atome
algorithmisch entsprechend simuliert werden können, hat das nichts mit dem
Lernen der Atome, sondern mit dem Lernen der simulierenden Menschen zu tun.
Gemein war eher die Variante mit den zellulären Automaten
<https://de.wikipedia.org/wiki/Conways_Spiel_des_Lebens>.
Wenn wir davon ausgehen, dass in einen gegeben Bereich des Raumes, etwa
einer Plank-Länge, nur ein bestimmtes Partikel sein kann, kann man sich die
Welt als eine Art sehr, sehr feines Schachbrett vorstellen. Dann kann jedes
Quadrat verschiedene Zustände haben, z. B. gefüllt mit Teilchen A, B, C.
Das wäre dann "Anzahl der Zustände" die diese kleinste Raumeinheit
einnehmen kann.
Es geht nicht nur um Worte. Wer formale und
inhaltliche Vergleiche über
einen Kamm schert, ideologisiert. Auch wenn die Evolutionsprinzipien
gleichermaßen für Mensch und Tier gelten, sind Mensch und Tier nicht
physisch gleich. Meinem Eindruck nach hattest Du das so gesehen.
Das Verhalten des Menschen scheint mir nicht einem reinen Vernunftwesen zu
entsprechen. Wie ich schon einmal schrieb, denke ich, dass Freud hier *an
dieser einen Stelle* schon den richtigen Riecher hatte.
Der "default" des menschlichen Geistes ist in der Naturgeschichte zu
suchen. Die Kulturgeschichte schließt daran an und "programmiert" davon
ausgehend. Solche Dinge wie Lächeln, Zeigen etc. sind wahrscheinlich
hardcodiert. Darauf aufbauend wird dann durch Lernmechanismen wie
Konditionierung (und andere) unsere komplexeren Verhaltensweisen gebildet.
Kultur ist dabei natürlich nicht 100% willkürlich, sondern unterliegt
selbst eine Art "Selektion". Bestimmte kulturelle Einheiten (memes)
reproduzieren sich. Andere nicht. Die nichtreproduzierten spielen natürlich
in der nächsten Generation (oder so) keine Rolle mehr
Es gibt Kulte, die es ihren Anhänger z. B. verbieten, in der Landwirtschaft
zu arbeiten. Da die Ernährung von der Landwirtschaft abhängt, sind diese
Kulte also darauf angewiesen, dass andere Menschen diesen Job erledigen;
das heißt, dieser Kult limitiert seine eigene Ausbreitung effektiv, wenn er
keine Wege drum rum findet.
Genau das selbe gilt für einen reinen Mönchskult. Da die Mönche die Güter,
die zur Erhaltung ihres materiellen Lebens notwendig sind, zumeist nicht
selbst oder nicht vollständig herstellen, sind sie auf eine Art
Arbeitsteilung angewiesen. Die Mönche leisten "geistige" Dienste für die
Gesellschaft, geben gutes Karma, Beten gegen Dämonen und/oder kopieren
Bücher, während die Laien die Mönche mit Nahrung, Möbeln und so weiter
versorgen.
Das, was oben für Mönche gesagt wurde, gilt natürlich in Prinzip auch für
andere Gruppierungen, die nicht zwingend religiös sind. Beispielsweise
Anhänger einer bestimmte Ethik.
Man könnte sich eine bestimmte Gruppe von Menschen vorstellen, deren Ethik
es ihnen strikt untersagt, selbst für die Einhaltung von Gesetzen zu
sorgen. Diese Gruppe könnte innerhalb einer Gesellschaft durchaus
florieren, wäre aber, sofern sie Verhaltensregeln durch Sanktionen
durchsetzen muss, auf externe Kräfte angewiesen.