Hi JH,
ähnlich wie bei den LLMs scheint mir die Begriffsanalyse darauf hinauszulaufen, auf
Hirnvorgänge bezogen zu werden. Darum ging es Lorenzen gerade nicht, vielmehr um normative
Konstruktionen. Der normativ-konstruktive Ansatz Lorenzens steht dem
analytisch-berechnenden Benses gegenüber: Lebenswelt vs. Datensatz. Und hinsichtlich
dessen, was „Begriffe“ ausmachen, liegen Philosophie und Informatik weit auseinander.
Wobei mir das algorithmische Vorgehen der Informatiker mehr zusagt als das übliche
Philosophengeschwafel. Lorenzen blieb mit seinem metalinguistischen Verständnis von
Begrifflichkeit ja eine Ausnahme unter Philosophierenden.
Ideologiekritisch interessant scheint mir, dass in Anthropic Claudes bereits eine „Seele“
vermutet wird. Ob es um den „J-Space“ in Claude geht, der Konzepte unabhängig vom
Textfluss verarbeitet (wie es bei Golem heißt) oder um die Seelenauffassungen in
Philosophie und Religion: es handelt sich jeweils um Sprachkonstrukte, nicht um das, was
Menschen je für sich empfinden und fühlen. In der KI scheint gegenwärtig das wiederholt zu
werden, was bereits die Religionen den Menschen vorzumachen trachteten.
IT
Am 10.07.2026 um 18:31 schrieb Joseph Hipp über
PhilWeb <philweb(a)lists.philo.at>at>:
Hallo IT,
nichts war ironisch gemeint. Ich habe dem HB deinen Link geschickt, danke für deine
Ausführungen. Die Sache wird nächsten Monat weiter diskutiert, wie du am gelieferten Link
sehen kannst.
Viele Grüße
JH
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