Am 28.05.2026 um 07:37 schrieb Karl Janssen über
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Für Liebe gilt das gerade nicht, sondern für
Erkenntnis; denn Liebe ist ungeduldig, neidisch, nachtragend, prahlerisch und sucht den
eigenen Vorteil — und dann wird aus Liebe auch noch gemordet … Wobei es über die
Physiologie hinaus überhaupt keine „Liebe an sich“ gibt, sondern nur auf ihre je eigene
Weise liebende Menschen.
Einmal mehr eine für Dich typische Interpretation, denn wirkliche Liebe kann gar nicht
neidisch, nachtragend, prahlerisch oder eigennützig sein. Es sind vermeintlich liebende
Menschen, die ihrem defizitären Charakter geschuldet derartiges Verhalten zeigen, resp.
solche Gefühle - wie eben krankhafte Eifersucht, Missgunst etc. - in sich tragen und auf
entsprechende Weise zwischenmenschlich agieren.
Im Hohelied heißt es ja weiter: „Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein
Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen,
Stückwerk unser prophetisches Reden. Wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles
Stückwerk.“ Nicht Erkenntnis sondern Liebe vergeht, wenn an menschliche Liebe gedacht und
nicht von „göttlicher Liebe“ gepredigt wird. Wirkliche Liebe ist nicht am vermeintlichen
Ideal, sondern an der Wirklichkeit, also am tatsächlichen Umgang der Menschen miteinander,
zu messen. Und so halte ich mich eher an Woody Allen: Liebe erzeugt Spannungen, Sex
lindert sie.
IT