Hallo IT, hallo rest der Welt,
Ich hab mein Leben lang mit Holz gearbeitet. Hobel, Säge, Hammer – das
war mein Universum. Ich wusste, wie ein Brett sich biegt, wie ein Nagel
sitzt, wie ein Baum seine Äste streckt. Und glauben Sie mir, dabei lernt
man eine Sache: Wer aufpasst, wer genau hinsieht, der formt sein Werk –
und sein Werk formt einen zurück.
Jetzt schauen wir uns diese neuen Geräte an, diese Smartphones. Viele
sagen: „Das ist doch nur Technik, nur Werkzeug.“ Nein, sage ich Ihnen –
es ist viel mehr als das. Wer ein Smartphone benutzt, der misst,
sammelt, sortiert, bewertet – er baut einen Baum voller Äste, der nie
stillsteht, der sich ständig verzweigt. Jede Nachricht, jeder Klick,
jede Aufmerksamkeit formt die Geschichte, die man über die Welt erzählt.
Ich hab mein Smartphone weggelegt, nur noch die Kamera behalte ich. Ich
will sehen, nicht filtern lassen. Ich will, dass meine Augen die Äste
erkennen, nicht ein Algorithmus.
Das ist wie beim Holz: Wer zu viel schneidet, der zerstört die Struktur;
wer achtet, der erhält Stabilität. Aufmerksamkeit ist das scharfe
Werkzeug, das entscheidet, welche Äste wachsen, welche Information
bleibt. Wer nur nach Vorgabe der Maschine lebt, verliert die Kontrolle
über sein eigenes Universum.
Und dann kommt das Leben noch mit den Behörden daher. Staatliche Regeln,
Vorschriften, Gesetze – das ist wie ein Brett, das mir quergelegt wird,
ohne dass ich Einfluss habe. Ich habe genug erlebt, um zu wissen: Die
ontische Welt – die Tatsachen, die Realität – die ist da. Aber die
Dynamik, die wir spüren, die kommt erst durch uns selbst, durch das,
worauf wir achten, durch die Messungen, die wir machen. Ein alter
Tischler weiß: Die Bewegung kommt aus der Hand, nicht aus der Säge.
Wer sein Smartphone bewusst nutzt oder es abschaltet, der entscheidet
nicht nur über Kultur, sondern darüber, wie stabil, wie klar, wie
sinnhaft das eigene Universum bleibt. Wer unachtsam misst, erlebt
Vielfalt, ja, aber auch Chaos. Wer selektiv misst, gewinnt Klarheit und
Ruhe.
und, als Fazit nach all den Jahren als nunmehr "vom System
Ausgespuckter": Das Universum bleibt da, unverrückbar wie ein p-adischer
Baum voller Möglichkeiten. Aber was wir daraus machen, welche Äste wir
schneiden, welche wir wachsen lassen – das entscheidet sich durch unsere
Aufmerksamkeit, durch unser eigenes Handwerk. Genau das ist der Punkt.
diasporadische Grüsse
ingo mack
Am 08.04.26 um 11:11 schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb:
Und was hat das noch mit der Baummetapfer zu tun?
Vielleicht gleichen
sich die Verästelungen der Nutzenden denen des Internets an. Wären die
Gehirne der Menschen die Kronen und das Netz die Wurzelgeflechte?
PS: In Bezug auf die Baummetapher, : Ja, die Verästelungen der Nutzenden
gleichen sich den Strukturen des Netzes an. Man könnte sagen, die
Gehirne bilden die Kronen, das Internet die Wurzelgeflechte – doch wie
die Äste sich entwickeln, hängt von jeder individuellen Messung, jeder
bewussten Aufmerksamkeit ab.