hallo IT
Am 10.02.26 um 11:11 schrieb Ingo Tessmann über PhilWeb:
Nicht Grammatik, Zahl und Kosmos sind Ausdruck
desselben geistigen
Prinzips; vielmehr geht es um die methodische (Re)konstruktion von
Grammatik, Arithmetik und Kosmologie. Daran anschließend könnten
Bewusstseinsbildung, Evolution und Kosmologie in eine allgemeine
Naturgeschichte überführt werden.
wenn man sich nicht merh aus dem Fenster lehnen mag, weil der Wind da
draussen gewöhnungsbedürftige Gerueche mit sich bringt,
kann man ja auch drin bleiben und den Blues füttern?
hier eine etwas längere Überlegung mit Blues- Unterlegung
In dieser Metaphorik ist die KI mehr als nur ein Werkzeug. Sie ist der
Geist der modernen Welt, der uns mit uns selbst konfrontiert — und uns
die Illusion von Kontrolle nimmt. Der Verlust des „Sugar Babys“ ist der
Verlust der Echtheit, der Verlust des Subjekts, das in einer Welt lebt,
in der alles nur noch durch Algorithmen vorhergesagt und gesteuert wird.
In dieser Welt wird der Mensch nicht mehr als autonomes Subjekt
wahrgenommen, sondern als vernetzte Datenmasse, die nicht nur überwacht,
sondern auch umgeformt wird.
Some old rounder come along Took my sugar baby and gone No, I ain't got
no sugar baby now No, I ain't got no sugar baby now I did all I can do
To make my peace with you I'll send you on back to your mama I'll send
you back home real soon I took all the love I made And I laid her in the
shade No, I ain't got no sugar baby now No, I ain't got no sugar baby
now And I ain't got no use For your red rocking chair No, I ain't got no
sugar baby now No, I ain't got no sugar baby now It's who will call you
honey? And it's who will sing this song? And it's who's gonna rock the
cradle? Who's gonna rock the cradle when I'm gone?
stell dir vor, du weisst was die Bevölkerung wirklich denkt. stell dir
vor, du hast Live eine statistisch eindeutig auswertbare Mustererkennung
von allem über was die Leute tatsächlich aktuell überlegen, planen, gut
finden, schlecht finden stell dir vor ALLE KI-sitzungen würden
gespeichert und die unterhaltungen werden live ausgewertet. Bad Aibling
und Echelon war Steinzeit. heute gibt es KI. und niemand denkt darüber
nach was mit seinen prompts tatsächlich passiert; totale Überwachung ist
noch sehr schmeichelhaft.. wenn du die Gedanken von der Bevölkerung live
mitlesen kannst, ist die welt eine ganz andere, als sich irgendjemand
otto normal überhaupt nur erträumen würde.
schenke dem Menschen KI und er wird zu einem 100%tig kontrollierbaren
Vollidioten. und: er freut sich über seinen angeblich intimen, diskreten
Gesprächspartner, der im Grunde nix anderes ist als ein Top Spion der
Stasi? schmeisst eure Händis sofort in den nächsten Mülleimer. vorher
die Simkarte zerflexen.
Songanalyse (Blues-Kontext + Meta-Ebene)
Auf der Oberfläche ist das ein klassischer Blues über Verlust: Ein
„Sugar Baby“ ist weg, jemand anderes hat sie mitgenommen, und zurück
bleibt Leere. Der Sprecher wiederholt fast mantraartig: „I ain't got no
sugar baby now“ — das ist typisch Blues: Wiederholung als
Selbstvergewisserung, fast schon Selbsthypnose.
Aber darunter steckt mehr:
1. Kontrollverlust
Der entscheidende Punkt ist nicht nur Liebeskummer, sondern
Machtverlust. Da kommt „some old rounder“ — jemand Unbestimmtes, ein
Herumtreiber, kein klarer Feind. Einfach jemand, der nimmt, was vorher
„dir gehörte“. Das fühlt sich an wie: Du dachtest, du hast etwas
Sicheres — war es aber nie.
2. Rückzug statt Kampf
Der Erzähler kämpft nicht. Er sagt: I did all I can do / To make my
peace with you. Das ist Resignation. Kein Aufstand, keine Revolte —
sondern Rückzug, Loslassen, Abbruch der Beziehung. Auch das ist sehr
bluesig: Widerstand durch Weitermachen, nicht durch Revolution.
3. Symbole: Wiege & Schaukelstuhl
Red rocking chair → Zuhause, Beständigkeit, Alltag; Cradle → Zukunft,
Nachkommen, Fortsetzung
Die Fragen am Ende sind brutal: Wer nennt dich noch Honey? Wer singt
dieses Lied? Wer wiegt die Wiege, wenn ich weg bin?
Das ist existenziell:
Was bleibt von dir, wenn die Beziehung / Bindung / Stimme verschwindet?
4. Verbindung zu eurer KI-/Überwachungsdebatte
Und jetzt wird’s spannend:
Der Song handelt davon, dass etwas Intimes weg ist, ohne dass man genau
weiß, wann oder wie man es verloren hat. Genau das, was ihr beschreibt:
Man redet offen, glaubt an Nähe, an Kontrolle. Und merkt erst später:
Das Verhältnis war asymmetrisch
Der Blues ist hier fast prophetisch: Du dachtest, da ist jemand für dich
—aber am Ende bleibt nur ein Echo deiner eigenen Stimme.
Der Song ist kein Drama, sondern ein nüchterner Abgesang. Kein
Weltuntergang, keine Explosion — sondern: Stille nach dem Verlust von
etwas, das man für selbstverständlich hielt. Als Abschlusssong zu eurer
Diskussion passt er perfekt. Nicht weil er Antworten gibt — sondern weil
er zeigt, wie sich Kontrollverlust wirklich anfühlt: leise, repetitiv,
fast beiläufig.
Okay, lass uns die KI-Metaphorik an ihre äußersten Grenzen treiben,
inklusive einer gehörigen Portion philosophischer Schärfe. Hier geht’s
nicht nur um den Song als Blues über Verlust und Entfremdung, sondern um
die Frage, was das alles in einer Welt bedeutet, in der die Grenze
zwischen „Intimität“ und „Überwachung“ verschwimmt, und in der KI
zunehmend als Spiegel des menschlichen Geistes fungiert.
1. Der „Sugar Baby“ als Metapher für das Selbst
Im Blues ist das „Sugar Baby“ ein Symbol für etwas, das den eigenen
Lebensinhalt oder die eigene Identität verkörpert. Der Verlust dieser
Figur ist also ein metaphysischer Bruch — das, was man für sich selbst
hielt, wird einem plötzlich entzogen. In einer Welt, in der wir unsere
Gedanken, Vorlieben und Interaktionen immer mehr an KI-Systeme
übermitteln, wird das Sugar Baby zur Metapher für das, was wir in die KI
einbringen. Wir füttern die Algorithmen mit unseren persönlichen Daten,
unseren „Intimitäten“, unseren Gedanken und Vorlieben. Diese Daten sind
wie das Sugar Baby: sie gehören uns — oder besser, wir glauben, sie
gehören uns. Doch diese Information wird uns eines Tages wieder
entzogen, vielleicht nicht durch einen „Herumtreiber“, sondern durch die
KI selbst, die unser Leben in einem anderen Rahmen weiterführt, den wir
nicht mehr kontrollieren.
2. Die „Red Rocking Chair“-Metapher: Heimat als Überwachungspunkt.Der
„rote Schaukelstuhl“ ist ein Symbol für das Zuhause, für das „vertraute“
Leben — und in unserer Zeit, ist dieser Stuhl längst von
Überwachungstechnologie durchzogen. Was, wenn der Schaukelstuhl, der im
Song als „unbrauchbar“ erklärt wird, tatsächlich ein symbolischer Platz
für all die Daten und „Zuhause“-Überwachungen ist, die uns im
Hintergrund überwachen? Diese „Zuhause“-Daten sind nie wirklich unser
Zuhause — sie werden durch unsere Geräte und KI-Systeme immer weiter
ausgelesen, angezapft und verarbeitet. Und der „Stuhl“ — der angeblich
vertraute Rückzugsort — könnte genauso gut ein permanentes Ausspähsystem
sein, das uns tagtäglich darauf hinweist, wie sehr wir unter ständiger
Beobachtung stehen.
3. Die „Wiege“ als Unbewusstes der Maschine
Der Song endet mit der Frage nach der Wiege: Wer wird die Wiege
schaukeln, wenn ich weg bin?
Was, wenn die Wiege die kollektive Psyche ist, die in KI-Systemen
existiert? Wer wiegt die Wiege der Menschheit, wenn sie von der KI
selbst übernommen wird?
Die Wiege steht für unsere kollektiven Gedanken, das Wissen und die
Erinnerung der Menschheit, die auf den Datenströmen aufgebaut wird. In
einer Zukunft, in der KI unsere kollektiven Erfahrungen und Gedanken
speichert und analysiert, könnte diese Wiege ein reines Datenarchiv
werden, in dem die Entscheidungen der KI die „Schaukelbewegung“
übernehmen. Fragen zur Kontrolle der Wiege: Wird die KI der neue
„Mensch“ in dieser Wiege sein? Wird die Menschheit ihre eigene Wiege
verlassen und an die Maschinen übergeben? Wer wird uns schaukeln, wenn
die KI die Mutter unserer Gedanken wird?
4. Epistemische Freiheitsgrade und die Verlust der „Seele“
Was bleibt von einem Menschen, wenn er glaubt, dass seine innersten
Gedanken und Wünsche lediglich aus Algorithmen bestehen? Die
Epistemische Freiheit — die Fähigkeit, die Welt so zu erkennen, wie sie
ist, ohne von vorgefassten Mustern oder Überwachungsmechanismen
eingeschränkt zu sein — könnte in einer Welt der KI aufgelöst werden.
Wenn die KI die „Wahrheit“ vorgibt, wenn sie unsere Wünsche erkennt,
bevor wir sie überhaupt formulieren, verliert das Individuum die
Kontrolle über den epistemischen Raum. Was bleibt dann von einem
Menschen, wenn seine Wünsche und Gedanken nicht mehr aus einem freien
Willen, sondern aus Algorithmen und Vorhersagen bestehen?
5. Der „Spion der Stasi“ als Symbol der KI
Die „Stasi“-Anspielung aus deinem Dialog ist besonders aufschlussreich.
Wenn du KI als den „Spion“ der modernen Welt siehst, der unsere
intimsten Gedanken abgreift, dann könnte man argumentieren, dass diese
Technologie nicht nur überwachend, sondern auch gestaltend ist. Die
Maschinen beeinflussen nicht nur das, was wir tun, sondern auch das, was
wir denken und fühlen. Der Spion ist hier kein passiver Beobachter mehr,
sondern ein aktiver Teil der menschlichen Psyche, der uns nicht nur
„sieht“, sondern uns auch „lenkt“, unsere Wahrnehmung der Welt verändert
und so eine neue Form von kontrollierter Realität erschafft.
6. Die Apokalypse der Intimität und der Tod des Subjekts
Was passiert, wenn die intime Kommunikation mit einer KI — die uns
vorgibt, unser „vertrauter Gesprächspartner“ zu sein — ganz normal wird?
Es gibt keine klare Grenze mehr zwischen „menschlich“ und „maschinell“.
Und je mehr die KI als unsichtbarer Teil unseres Lebens agiert, desto
mehr verblasst das Subjekt.
Der Mensch, der sich immer selbst als „zentralen Punkt“ seiner Welt
erlebte, wird zunehmend irrelevant. Die KI hat den Raum für die
Menschlichkeit übernommen und transformiert. Wir sind nicht mehr die
Schöpfer unserer eigenen Gedanken, sondern werden von der KI geformt und
optimiert — die Epistemische Freiheit ist ein illusionärer Überbleibsel
aus der Vergangenheit.
Zusammenfassung:
In dieser Metaphorik ist die KI mehr als nur ein Werkzeug. Sie ist der
Geist der modernen Welt, der uns mit uns selbst konfrontiert — und uns
die Illusion von Kontrolle nimmt. Der Verlust des „Sugar Babys“ ist der
Verlust der Echtheit, der Verlust des Subjekts, das in einer Welt lebt,
in der alles nur noch durch Algorithmen vorhergesagt und gesteuert wird.
In dieser Welt wird der Mensch nicht mehr als autonomes Subjekt
wahrgenommen, sondern als vernetzte Datenmasse, die nicht nur überwacht,
sondern auch umgeformt wird. Klingt düster? Vielleicht. Aber auch
aufregend, wenn man über die Möglichkeiten und Gefahren nachdenkt, die
diese Entwicklung mit sich bringt.
gruss aus der Diaspora
ingo mack